Universitätsmedizin Mainz übernimmt Zentrale Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter9. Februar 2024 Mit der in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie neu angesiedelten Zentralen Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) hat die Universitätsmedizin Mainz jetzt ihren Schwerpunkt Alternsforschung weiter gestärkt. (Foto: UM / Canva) Mit der Übernahme der 2018 gegründeten und bislang am Landeskrankenhaus angesiedelten Zentralen Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) hat die Universitätsmedizin Mainz ihren Schwerpunkt Alternsforschung weiter gestärkt. Ziel der ZpGA ist es, Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, die dazu beitragen, die Resilienz bei älteren Menschen zu stärken und psychischen Erkrankungen im Alter vorzubeugen. Darüber hinaus sollen innovative Konzepte für die Behandlung von psychischen Erkrankungen im Alter erforscht und in die Gesundheitsversorgung überführt werden. Das multiprofessionelle Team der Mainzer ZpGA will dazu beitragen, die Risiken für die Entwicklung psychischer Erkrankungen im Alter zu minimieren und eine bestmögliche Unterstützung und Lebensqualität für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie für ihre pflegenden Angehörigen sicherzustellen. Im Interesse steht dabei insbesondere die auch als Resilienz bezeichnete psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber stressvollen Lebensereignissen oder Lebensumständen. Dazu entwickelt die ZpGA Forschungsvorhaben und Schulungsformate zu den Themen Resilienz, Prävention und psychische Erkrankungen im Alter und setzt diese um. Darüber hinaus hat sich die ZpGA zur Aufgabe gemacht, auf Landesebene in Rheinland-Pfalz eine Plattformstruktur für die Versorgungsforschung im Bereich der psychischen Gesundheit im Alter zu schaffen. „Die ZpGA hat als interdisziplinäres Forschungsnetzwerk des Landeskrankenhauses (AöR) von Beginn an hervorragende Arbeit geleistet. Besonders hervorzuheben ist, dass sie sowohl mit ihrer innovativen Forschung als auch mit ihren Präventions- und Schulungsangeboten unmittelbar auf eine Verbesserung der Versorgung demenziell erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen abzielt. Angesichts der Zunahme demenzieller Erkrankungen ist dies eine Marathonaufgabe. Ich freue mich, dass die ZpGA in der Universitätsmedizin Mainz zukünftig Teil des Centre for Healthy Ageing (CHA) sein wird“, sagte der rheinland-pfälzische Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch. Die ZpGA hat sich insbesondere zum Ziel gesetzt, die wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst nah an der Lebenswirklichkeit der Betroffenen zu gewinnen und sie schnell zu den Patienten zu bringen. Die Forschenden untersuchen beispielsweise direkt im Alltag der Betroffenen, auf welche biopsychologischen Mechanismen sich Stress und Resilienz bei Menschen mit Demenz und pflegenden Angehörigen zurückführen lassen. Mithilfe dieser sogenannten ambulanten Assessment-Studien sollen alltagsnahe Ansätze zur Stressreduktion und Förderung von Resilienz entwickelt werden. „Der ZpGA kommt eine besondere Bedeutung bei der translationalen Alternsforschung auf dem Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie zu. Bei der Translation geht es darum, wissenschaftliche Erkenntnisse in die klinische Praxis zu überführen. Damit ergänzt die neue Forschungseinheit in idealer Weise die bereits bestehenden Initiativen unseres Forschungsschwerpunkts“, betont der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Ulrich Förstermann. Die ZpGA hat in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mainz bereits verschiedene Forschungsvorhaben entwickelt und umgesetzt, darunter auch ein vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit Mitteln des Innovationsfonds in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro gefördertes Projekt zur Verbesserung der ambulanten, bedarfsgerechten Demenz-Versorgung. Das Projekt DemStepCare zielte darauf ab, die häusliche Versorgung von Menschen mit Demenz aufrechtzuerhalten und die Belastung von pflegenden Angehörigen zu reduzieren. Die detaillierte Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse von DemStepCare sollen im laufenden Jahr erfolgen. „Wir freuen uns sehr, dass wir die erfolgreiche Arbeit jetzt bei uns an der Universitätsmedizin Mainz fortführen und insbesondere durch eine noch engere Zusammenarbeit mit den biomedizinisch tätigen Arbeitsgruppen des Forschungs- und Klinikschwerpunktes Alterspsychiatrie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie weiter intensivieren können“, sagt Prof. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung (LIR). Kürzlich hat die ZpGA die Zusage für die Finanzierung eines weiteren G-BA-Innovationsfonds-Projekts erhalten: BRIDGE soll die Wirksamkeit einer neuartigen Versorgungsform zur Reduktion von Depressivität bei älteren, multimorbiden Menschen evaluieren. Im Erfolgsfall steht mit BRIDGE erstmals eine Versorgungsform zur Verfügung, die eine stationäre mit einer ambulanten Betreuung der Betroffenen verbindet und damit dazu beiträgt, Krankheitssymptome zu reduzieren, stationäre Wiederaufnahmen zu verringern und die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen. Das Projekt wird über einen Zeitraum von etwa drei Jahren mit insgesamt rund 5,3 Millionen Euro vom G-BA gefördert.
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