Unterdruck-Wundtherapie verbessert Hauttransplantation bei Ulzera

Wundtherapie mit Unterdruck
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Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass eine Unterdruck-Wundtherapie das Anwachsen von Hauttransplantaten bei chronischen Ulzera fördert, die Heilung beschleunigt und gut verträglich ist.

Eine Unterdruck-Wundtherapie (NPWT) scheint das Transplantat-Anwachsen bzw. das Transplantat-Überleben bei chronischen Ulzera signifikant zu verbessern, so das Ergebnis einer aktuellen Studie, die im „Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology“ veröffentlicht wurde. Dabei weist NPWT laut den Autoren des systematischen Reviews ein hervorragendes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil auf.

Die Forschenden empfehlen, NPWT als bevorzugte Methode zur Sicherung von Hauttransplantaten bei der Behandlung von chronischen Ulzera in Betracht zu ziehen, insbesondere angesichts ihres Potenzials, die Heilung zu beschleunigen und die Behandlungskosten zu senken. Sie schlagen auch vor, dass eine kurzfristige NPWT-Anwendung (weniger als eine Woche) optimal ist, da eine längere Anwendung die Transplantataufnahme nicht weiter zu erhöhen scheint.

Studien mit insgesamt 186 Patienten berücksichtigt

Das Team führte eine systematische Literaturrecherche in PubMed, Cochrane und EMBASE durch. Berücksichtigt wurden Studien, in denen Hauttransplantate bei chronischen Wunden durch NPWT gesichert wurden. Studien mit Fokus auf akute Wunden, Verbrennungen oder postoperative Wunden wurden ausgeschlossen.

Die Autoren analysierten Daten zu Patientendemografie, Wundcharakteristika, NPWT-Parametern und Transplantat-Outcomes. Aufgrund des Fehlens einer Kontrollgruppe wurden historische Kontrollen der Transplantat-Anwachsrate ohne NPWT herangezogen. Insgesamt schlossen sie 21 Artikel mit 186 Patienten ein.

Vollständige Abheilung bei rund vier von fünf Patienten

Ein maximales Transplantat-Anwachsen (≥95%) wurde bei 33 Prozent der Patienten beobachtet, während 77 Prozent eine Transplantat-Anwachsrate von ≥90 Prozent erreichten. Die mittlere Transplantat-Anwachsrate betrug 92 Prozent. Eine vollständige Abheilung wurde bei 79 Prozent der Patienten erzielt, mit einer mittleren Heilungsdauer von 73 Tagen. Eine vollständige Abheilung ohne Rezidiv konnte in 38 Prozent der Fälle beobachtet werden, mit einer mittleren rezidivfreien Zeit von 197 Tagen.

Die explorativen Analysen der Arbeitsgruppe ergaben höhere Transplantat-Anwachsraten bei Patienten unter 65 Jahren, männlichen Patienten, Diabetikern sowie Patienten ohne arterielle Gefäßerkrankung. Venöse und neurotrophe Ulzera wiesen ebenfalls ein besseres Transplantat-Anwachsen auf. (ins)