Unterschiede in den klinischen Merkmalen nicht adipöser Patienten mit NAFLD

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In einer neuen Studie haben Forscher der Universität Tsukuba (Japan) gezeigt, wie sich sich die nicht alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) je nach Geschlecht und Body-Mass-Index (BMI) der betroffenen Patienten unterschiedlich darstellt.

Die NAFLD gilt als die häufigste chronische Lebererkrankung und wird häufig mit Adipositas, Typ-2-Diabetes und Dyslipidämie in Verbindung gebracht. Asiaten seien im Allgemeinen nicht so adipös wie in Europa oder den USA lebende Menschen, schreiben die Autoren der Studie, doch komme die NAFLD auch in dieser Region immer häufiger vor. Dies hat zur Entdeckung der nicht adipösen NAFLD geführt, bei der überraschenderweise die Sterblichkeitsrate höher ist als bei der adipösen NAFLD. Es bleibe die Frage, wie Risikofaktoren für die Entwicklung einer nicht adipösen NAFLD identifiziert werden können, so die Wissenschaftler.

„Wir wissen, dass eine anomale Körperzusammensetzung – wie bei reduzierter Skelettmuskelmasse und erhöhtem viszeralem Fett – ein starker Risikofaktor für die Entwicklung der NAFLD ist“, sagt Prof. Junichi Shoda, einer der Studienautoren. „Für die nicht adipöse NAFLD fehlen uns solche Erkenntnisse, deshalb setzten wir uns zum Ziel, Patienten mit nicht adipöser NAFLD anhand ihres Geschlechts und ihrer Körperzusammensetzung charakterisieren.“

Die Wissenschaftler schlossen 404 Patienten mit NAFLD in ihre Studie ein und teilten sie nach deren BMI in nicht adipöse, adipöse und stark adipöse Gruppen ein. Zum Vergleich nahmen 253 nicht adipöse Patienten ohne NAFLD an der Untersuchung teil.

Die Forscher stellten fest, dass ein Viertel der Mitglieder jeder Gruppe an einer nicht adipösen NAFLD litt – dies galt sowohl für Männer als auch für Frauen. Überraschenderweise verfügten diese Patienten im Vergleich zu Patienten mit adipöser NAFLD über eine geringere Skelettmuskelmasse und Muskelkraft (Prä-Sarkopenie). Obwohl sie von einer Fettlebererkrankung betroffen waren, gab es bei Patienten mit nicht adipöser NAFLD im Vergleich zu solchen mit adipöser NAFLD nur einen geringen Anstieg von Fettansammlung in der Leber und der Insulinresistenz. Dies wurde weiter durch die Tatsache bestätigt, dass viszerales Fett bei Patienten mit nicht adipöser NAFLD insgesamt gering ausgeprägt war.

Interessanterweise, so ergänzen die Wissenschaftler, kam es bei Frauen häufiger zu Fettansammlung in den Muskeln. Eine integrierte Analyse der Daten zeigte, dass die Ansammlung von Leberfett bei nicht adipöser NAFLD hauptsächlich vom viszeralem Fettgehalt, Leptin und Myostatin sowie dem HbA1c abhing.

„Dies sind bemerkenswerte Ergebnisse, die zeigen, das es wichtig ist, wie sich die NAFLD bei nicht adipösen Männern und Frauen präsentiert. Unsere Ergebnisse bieten einen neuen Einblick in die pathophysiologischen Faktoren, die die NAFLD-Entwicklung bestimmen“, betont Shoda.