Unterschiede in der Gehirnaktivität von guten und schlechten Schläfern entdeckt

Schlaf
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Bei Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden, zeigen bestimmte Gehirnregionen andere Aktivitätsmuster als bei Menschen mit gutem Schlaf. Dazu gehören auch Bereiche, die an der Selbstwahrnehmung und dem Hang zum Grübeln beteiligt sind. Dies geht aus einer Studie hervor, die Forscher der Universität Pittsburgh durchgeführt haben.

Die Wissenschaftler hatten mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) die Gehirnaktivität von 44 Studienteilnehmern, die unter Schlaflosigkeit litten, sowie von 40 Personen mit ungestörtem Schlaf untersucht. „Auch wenn Patienten mit Schlaflosigkeit ihre Symptome gegenüber Freunden, der Familie und auch Ärzten herunterspielen, erbringt unsere Studie deutliche Hinweise darauf, dass Schlaflosigkeit sowohl neurobiologische als auch psychologische Ursachen hat“, sagte Dr. Daniel Buysse, Professor für Psychiatrie an der Universität Pittsburgh. Zudem ­belege die Studie, dass die Gehirnaktivität während des Schlafes differenzierter ist als bislang angenommen: So scheinen verschiedene Hirnregionen unterschiedliche Schlaftiefen zu entwickeln. Signifikante Gruppen-Status-Interaktionen in der Gehirnaktivität fanden die Forscher im posterioren Cingulum, dem linken mittleren frontalen Gyrus, dem linken oberen ­Parietalläppchen, dem linken sowie dem rechten okzipitalen Gyrus.

Die Unterschiede zwischen Studienteilnehmern mit und ohne Schlafstörungen zeigten sich sowohl in Schlaf- als auch in Wachphasen und waren nach Angaben der Forscher auf eine verminderte Aktivität während der Wachphase oder eine erhöhte Aktivität während der Schlafphase zurückzuführen. So war Insomie mit einer eingeschränkten Loslösung von Gehirnregionen, die an der Kognition (links frontoparietal), selbstbezüglichen Prozessen (posteriorer zingulären Cortex) und dem Affekt während Non-Rem-Phasen beziehungsweise während der Wachphasen assoziiert. Die identifizierten Dysfunktionen könnten nach Ansicht der Forscher mit bestimmten Symptomen korrelieren, die Patienten mit Schlaflosigkeit zeigen, dazu zählen Beeinträchtigungen in der Selbstwahrnehmung und der Stimmung, Gedächtnisdefizite sowie der Hang zum Grübeln.

Auch wenn das Studiendesign nicht erlaube, zu unterscheiden, ob die beobachteten Aktivitätsveränderungen die Ursache oder die Folge der Schlaflosigkeit sind, deuteten die Ergebnisse doch darauf hin, dass Schlaf nicht in allen Gehirnbereichen uniform abläuft. Dies widerspreche auch der vorherrschenden Meinung, dass das ganze Gehirn während der Wachphase „an“ und während des Schlafes auf „aus“ sei, schlussfolgern die Wissenschaftler. Zudem könnten die Ergebnisse dabei helfen, die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten für Schlaflosigkeit zu ­verbessern, zu denen die transkranielle magnetische Stimula­tion gehört, und besser zu verstehen, warum Therapieansätze wie die Meditation manchen Patienten helfen.

Autoren: Kay DB et al.
Korrespondenz: Daniel J. BuysseMD, Department of Psychiatry, Sleep and Chronobiology Center, University of Pittsburgh School of Medicine, Pittsburgh, PA
Studie: Sleep-Wake Differences in Relative Regional Cerebral Metabolic Rate for Glucose among Patients with Insomnia Compared with Good Sleepers
Quelle: Sleep. 2016 Oct 1;39(10):1779-1794.
Web: www.academic.oup.com/sleep/article

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