Unterstützung für Jugendliche mit Diabetes und psychischen Problemen3. Juli 2018 Neues Behandlungsangebot Diabetes-Plus (v.l.n.r.): Volker Mauck (Bereichsleitender Oberarzt), Sandra Schäfer (Stationsleitung), beide von der LWL-Universitätsklinik Hamm, arbeiten beim Diabetes-Plus-Konzept eng mit der auf Diabetes spezialisierten Kinder- und Jugendärztin Dr. med. Dörte Hilgard zusammen. (Foto: LWL) Die psychische Gesundheit von Jugendlichen mit Diabetes steht im Vordergrund eines neuen stationären Therapie-Angebotes der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Diabetes fordert von den Betroffenen eine intensive Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit. Doch gerade diese tägliche Beschäftigung mit dem Essen, das regelmäßige Messen der Blutzuckerwerte und das Spritzen von Insulin kann bei Jugendlichen psychische Probleme verstärken oder auslösen: Depressionen, emotionale Störungen, Aufmerksamkeitsstörungen sowie Verhaltens- und Essstörungen erschweren insbesondere bei jungen Patienten eine Diabetes-Behandlung. Die heutigen Therapiemöglichkeiten fördern das Selbstmanagement der Patienten. Ist dieses jedoch aufgrund einer psychischen Erkrankung eingeschränkt, ist die Gefahr, eine lebensbedrohende Folgeerkrankung zu erleiden, besonders hoch. “Bei Diabetes-Betroffenen mit einer psychischen Auffälligkeit funktioniert das Selbstmanagement nur noch sehr schlecht, schwankende Blutzuckerwerte führen zu weiteren wechselnden Emotionen. Es entsteht ein Kreislauf, aus denen die Betroffenen ohne Unterstützung nicht herauskommen”, sagte Volker Mauck, Oberarzt der LWL-Universitätsklinik Hamm. Genau hier möchte die Universitätsklinik mit einem ganzheitlichen Behandlungsprogramm ansetzen. “Wir bieten Jugendlichen mit insulinpflichtigem Diabetes und ihren Familien eine Behandlung an, die sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit ausgerichtet ist”, erklärt Mauck das Konzept. “Da jede psychische Störung ihre eigene Besonderheit hat, werden die Patienten ganz individuell behandelt. Patienten mit ADHS essen häufig sehr spontan, da sie ihre Bedürfnisse sehr schlecht aufschieben können. Das Spritzen von Insulin ist heute zwar flexibel möglich, dennoch müssen die Mahlzeiten über den Tag gleichmäßig geplant werden”. Auch Infekte, Sport oder psychischer Stress vor Klassenarbeiten verändern den Blutzuckerspiegel. Jede noch so kleine Veränderung müssen die Betroffenen stets im Blick behalten. Betroffene Jugendliche fühlen sich aufgrund ihrer Erkrankung gegenüber Klassenkameraden häufig benachteiligt oder werden von ihren Mitschülern schnell ausgegrenzt. Der Umgang mit der Stoffwechselkrankheit erfordert sehr viel Disziplin und stellt viele Jugendliche und ihre Eltern häufig vor große Herausforderungen. Das Behandlungsteam aus Ärzten und Therapeuten der Uniklinik arbeitet beim Diabetes-Plus-Konzept eng mit der Kinder- und Jugendärztin Dr. Dörte Hilgard zusammen. Ein Schwerpunkt in ihrer Wittener Praxis ist Diabetes bei Kindern- und Jugendlichen. Für die Behandlung der Diabetes-Patienten wird sie regelmäßig in der Hammer Klinik vor Ort sein. Ziel des neuen Angebotes ist es, die Jugendlichen zu einem selbständigen Umgang mit ihrer Stoffwechselkrankheit anzuleiten und das Selbstmanagement zu fördern, damit ein reibungsloser Ablauf im Alltag gelingt. Betroffene Jugendliche, ihre Eltern und Ärzte können sich über das Behandlungsangebot in der LWL-Universitätsklinik Hamm informieren; die Institutsambulanz ist telefonisch unter 02381 893-3000 erreichbar.
Mehr erfahren zu: "Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei" Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei Multiple Sklerose wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus mitverursacht. Daneben spielen aber auch bestimmte Genvarianten eine wichtige Rolle. Wie Forschende der Universität Zürich zeigen, führt erst das molekulare Zusammenspiel […]
Mehr erfahren zu: "Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet" Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet Verhaltensauffälligkeiten nehmen auch im Schulalltag zu. Nach langer Planung startet in Sachsen nun ein Projekt, das Lehrkräfte sowie Schulleitungen entlasten soll.
Mehr erfahren zu: "Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken" Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken Auch mehrere Jahre nach Ende der Corona-Pandemie prägt diese Zeit noch Tausende Teenager in Baden-Württemberg in Form psychischer Erkrankungen.