Untersuchermerkmale spielen bei Ergebnissen von Koloskopien offenbar doch keine Rolle23. April 2019 Foto: © Ralf Geithe/Fotolia Ältere Studien haben gezeigt, dass bei Koloskopien bestimmte untersucherbezogene Faktoren – Gastroenterologe oder Chirurg, Frau oder Mann – mit Unterschieden in der Rate der Detektion von präkanzerösen Polypen assoziiert sind. Amerikanische Forscher haben aber nun herausgefunden, dass solche Unterschiede zwischen zwischen Endoskopikern nicht wirklich existieren. Unter Berücksichtigung einer Vielzahl von patienten- und untersucherbezogenen Faktoren, die bisher mit einbezogen worden waren, kamen Wissenschaftler von der Cleveland Clinic zu der Schlussfolgerung, dass die zuvor aufgezeigten Unterschiede bei der Adenomerkennung basierend auf den Merkmalen von Endoskopikern nicht mehr vorhanden waren. Einzige Ausnahme bildete die Identifizierung sessiler serratierte Polypen, die schwer zu erkennen sind und als Vorläufer von Darmkrebs gelten. Die Arbeitsgruppe von der Cleveland Clinic hatte eine große retrospektive monozentrische Studie durchgeführt, für die Daten von 16.089 Screening-Koloskopien bei Personen mit mittlerem Risiko analysiert wurden. Diese waren von 56 Untersuchern (Gastroenterologen 60,7%; Chirurgen 26,5%; Ärzte mit Weiterbildung Endoskopie 12,5%) durchgeführt worden. Ein Viertel der Endoskopiker war weiblich und 25% waren Ärzte mit einem internationalen Abschluss. Seit der Ausbildung waren bei den Studienteilnehmern im Median 16,3 Jahre vergangen. Pro Jahr kamen die Untersucher median auf 267 Koloskopien. Zu den in der Studie untersuchten Merkmalen der Untersucher gehören die Spezialisierung auf dem Gebiet der Endoskopie, das Geschlecht, der Ort der medizinischen Ausbildung, die Jahre seit der Facharztausbildung, die Anzahl der pro Jahr durchgeführten Koloskopien, Ort der Praxis und Anwesenheit eines Trainees während der Koloskopie. Die Analyse berücksichtigte auch zahlreiche Patientenmerkmale, die in einigen Studien nicht beachtet worden waren: Alter, Geschlecht, Status des Nikotinkonsums, Begleiterkrankungen wie Diabetes und koronare Herzkrankheit, Medikamentengebrauch und Faktoren, die mit der Koloskopie zusammenhingen, einschließlich des Zeitpunktes des Eingriffs (Monat und Tageszeit), Ort, an dem die Darmspiegelung durchgeführt wurde, Intubationsrate in Bezug auf das Zäkum, Anzahl der gefundenen Polypen, Qualität der Darmvorbereitung und Rückzugszeit. Die Daten wurden aus den elektronischen Krankenakten von 16.089 Patienten extrahiert. In die Analyse eingeschlossen wurden ausschließlich Endoskopiker, die mehr als 100 Koloskopien pro Jahr durchführten. In der Studie lag die durchschnittliche Adenom-Erkennungsrate bei 31,3 Prozent und damit über den nationalen Mindeststandards, wie sie in den Leitlinien der ASGE-ACG Quality Task Force formuliert sind. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigten, dass kein Untersuchermerkmal (einschließlich medizinisches Fachgebiet und Geschlecht) mit der Adenom-Erkennungsrate assoziiert war. Hinsichtlich der Detektionsrate bezüglich proximaler sessiler serratierter Polypen ergaben sich bei einer Gesamtrate von 4,6 Prozent kaum Unterschiede zu anderen kürzlich durchgeführten Studien. Die einzigen Untersuchermerkmale, die mit einer geringeren Nachweisrate für proximale sessile serratierte Polypen assoziiert waren, betrafen Endoskopiker mit einem geringeren Koloskopievolumen pro Jahr und einer länger zurückliegenden medizinischen Ausbildung.
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