Urodynamik bei Männern mit unkomplizierten LUTS unnötig

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Die Urodynamik sollte zur Abklärung unkomplizierter Symptome des unteren Harntrakts (lower urinary tract symptoms, LUTS) bei Männern nur mehr selektiv eingesetzt werden. Dies raten britische Urologen aufgrund der Fünf-Jahres-Daten der randomisierten UPSTREAM-Studie.

Die Ergebnisse der Studie stützen den routine­mäßigen Einsatz invasiver Uro­dynamik zur Reduktion von LUTS oder der Rate an Prostataoperationen nicht. Das Akronym UPSTREAM steht für „Urodynamics for Prostate Surgery Trial; Randomised Evaluation of Assessment Methods“.

In UPSTREAM wurden LUTS-Patienten, die einen operativen Eingriff erwogen, hinsichtlich der Diagnostik per Zufall auf 2 Gruppen verteilt. Beide erhielten diagnostische Routine-Tests, die Interventionsgruppe unterzog sich zudem einer invasiven Urodynamik. Die Wahl der Behandlung trafen die Patienten nach Beratung durch ihre Ärzte.

Teilnehmer, die ihre Einwilligung zur Langzeitnachbeobachtung gegeben hatten, erhielten 5 Jahre nach der Randomisierung (10/2019–12/2021) Fragebögen per Post. Der primäre Endpunkt der Studie war der vom Patienten angegebene Internationale Prostata-Symptom-Score (IPSS) zwischen 0 und 35. Die Operationsraten, ermittelt anhand von Routinedaten des National Health Service in England, waren ein wichtiger sekundärer Endpunkt.

Kein Unterschied zwischen randomisierten Gruppen

Nach 5 Jahren füllten 211 von 427 (49,4 %) Teilnehmern der Interventionsgruppe und 204 von 393 (51,9 %) der Kontrollgruppe die Fragebögen aus. Routinedaten lagen für 801 von 820 (97,7%) Patienten vor. Der mittlere IPSS nach 5 Jahren unterschied sich nicht zwischen den randomisierten Gruppen (adjustierte Differenz 0,41; 95%-Konfidenzintervall [KI] -1,10 bis 1,93), ebenso wenig unter­schieden sich die Operationsraten (adjustierte Differenz 0,96; 95%-KI 0,71–1,28). Auch in Bezug auf Harnwegs- und sexuelle Symptome konnten die Studienautoren keine Unterschiede zwischen den Gruppen ermitteln. Als Einschränkung ihrer Studie nennen sie die geringe Anzahl der Patienten in der Nachbeobachtung.

(ms)