US-Analyse: Zielwerte bei älteren Diabetikern häufig verfehlt16. September 2026 Symbolbild: © Robert Kneschke – stock.adobe.com In einer Analyse der Cleveland Clinic wurden bei älteren Patienten mit Typ-2-Diabetes deutliche Unterschiede bei der Zielwerterreichung zwischen Behandlern beobachtet. Digitale Entscheidungshilfen könnten unterstützen. Bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes ist ein HbA1c-Wert im Zielbereich besonders wichtig, um Folgekomplikationen einer Hyper- oder Hypoglykämie zu vermeiden. Ein individualisiertes glykämisches Management für ältere Erwachsene ist in der Routineversorgung jedoch schwierig umzusetzen. Zu diesem Fazit gelangt eine Autorengruppe der Cleveland Clinic (USA) nach Auswertung von 406 Behandlern und mehr als 15.000 Patienten. Patienten ab 65 Jahren mit mindestens einem Antidiabetikum Grundlage der in „Diabetes, Obesity and Metabolism“ veröffentlichten Studie waren elektronische Gesundheitsdaten der Cleveland Clinic aus dem Jahr 2023. Eingeschlossen wurden Patienten im Alter von mindestens 65 Jahren mit Typ-2-Diabetes, mindestens einer antidiabetischen Medikation und mindestens einer HbA1c-Messung. Die Patienten wurden dem in der Patientenakte angegebenen hausärztlich tätigen Behandler bzw. dem Arzt zugeordnet, den sie am häufigsten konsultiert hatten. Entsprechend ihrem Gesundheitszustand teilten die Forschenden die Patienten in Gruppen mit gutem, intermediärem oder schlechtem Gesundheitszustand ein. Die HbA1c-Ziele wurden für Patienten mit gutem Gesundheitszustand auf unter 7,5 Prozent, bei intermediärem Zustand auf unter 8 Prozent und bei schlechtem Gesundheitszustand auf unter 9 Prozent festgelegt. Abweichungen von mehr als 1,5 Prozentpunkten wurden als außerhalb des Zielbereichs definiert. Zielbereich häufig über- oder unterschritten Über alle Behandler hinweg lagen bei 52,1 Prozent der Patienten die HbA1c-Werte unterhalb des Zielwerts. Zwischen den Behandlern reichte der Anteil von 10,0 Prozent bis 87,9 Prozent. Dies betraf 13,4 Prozent der Patienten mit gutem, 42,0 Prozent mit intermediärem und 76,0 Prozent mit schlechtem Gesundheitszustand. Bei 11,3 Prozent der Patienten lagen die HbA1c-Werte oberhalb des Zielwerts. Zwischen den Behandlern reichte dieser Anteil von 0,0 Prozent bis 36,4 Prozent. Davon betroffen waren 25,1 Prozent der Patienten mit gutem, 13,7 Prozent mit intermediärem und 6,7 Prozent mit schlechtem Gesundheitszustand. Zwischen den Behandlern bestand eine signifikante Variabilität (p<0,001). In einem multivariablen Modell war eine endokrinologische Betreuung im Vergleich zu einer Betreuung durch Internisten mit einer niedrigeren adjustierten relativen Risikorate für HbA1c-Werte unterhalb des Zielwerts assoziiert (aRRR 0,69; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,57–0,82) sowie mit einer höheren adjustierten relativen Risikorate für HbA1c-Werte oberhalb des Zielwerts (aRRR 1,65; 95%-KI 1,33–2,05). Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme, die die Bewertung des Gesundheitszustands automatisieren und HbA1c-Zielwerte vorschlagen, könnten Ärzten helfen, das glykämische Management besser an den individuellen Bedarf der Patienten anzupassen, so das Resümee der Autoren. (ins)
Mehr erfahren zu: "Pädiatrisches Proteom sagt kardiometabolische Erkrankungen im Erwachsenenalter voraus" Pädiatrisches Proteom sagt kardiometabolische Erkrankungen im Erwachsenenalter voraus Kardiometabolische Erkrankungen wurzeln oft bereits im Kindes- und Jugendalter, bleiben jedoch meist unentdeckt. Eine neue Studie in „Nature Metabolism“ zeigt nun, dass spezifische Proteommuster im Blut von Kindern das spätere […]
Mehr erfahren zu: "Organspende: Debatte schon vor Debatte um Widerspruchslösung" Organspende: Debatte schon vor Debatte um Widerspruchslösung Die Regierungsfraktionen von CDU und SPD rheinland-pfälzischen Landtag sprechen sich in einem Antrag für die Widerspruchslösung aus. Das sorgt nicht in der Sache für Kritik, allerdings an einem anderen Punkt.
Mehr erfahren zu: "Hochfrequente Rückenmarkstimulation lindert Schmerzen bei diabetischer Neuropathie" Hochfrequente Rückenmarkstimulation lindert Schmerzen bei diabetischer Neuropathie Eine klinische US-Studie zeigt, dass eine hochfrequente Rückenmarkstimulation bei Patienten mit therapieresistenter schmerzhafter diabetischer Neuropathie Schmerzen reduzieren und sensorische Funktionen verbessern kann. Außerdem liefert sie erste Hinweise darauf, dass die […]