US-Studie: Nieren eignen sich trotz vorheriger Dialysebehandlung für eine Transplantation29. Mai 2024 Foto: © Peter-Atkins/stock.adobe.com Studienergebnisse von Forschern der Johns Hopkins Medicine, USA, legen eine vielversprechende Methode nahe, womit der Pool verfügbarer Spendernieren erweitert werden kann, indem auch die Organe Verstorbener, die sich einer Dialyse unterzogen haben, für Transplantationen eingesetzt werden. Nach Angaben des United Network for Organ Sharing (UNOS), USA, werden in den Vereinigten Staaten jedes Jahr mehr als 20 Prozent der Nieren verstorbener Spender nicht verwendet, und zwar größtenteils deshalb, weil befürchtet wird, dass die Nieren durch eine akute Nierenschädigung (AKI) oder eine Dialysebehandlung zu stark geschädigt sind, um transplantiert zu werden. Die in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen nun, dass die Funktion des transplantierten Organs bei denjenigen, die eine solche Niere erhalten haben, zwar „deutlich verzögert“ ist im Vergleich zu denjenigen, deren Spender keine Dialyse hatten, dass aber langfristig kein signifikanter Unterschied bei den Raten für Transplantatversagen oder Tod besteht. Es war bereits bekannt, dass Nieren mit AKI ein höheres Risiko für eine verzögerte Transplantatfunktion (Delayed Graft Function, DGF) bei den Empfängern haben. Unklar war aber, ob die DGF langfristig eine verkürzte Lebenserwartung und Organfunktion voraussagt. „Angesichts der Tatsache, dass Patienten viele Jahre auf eine Niere warten und ein erheblicher Teil von ihnen sich während der Wartezeit verschlechtert oder ihrem Zustand erliegt, müssen wir den Pool an verfügbaren Nieren schnell vergrößern“, kommentiert Prof. Chirag Parikh. Langfristig kaum Unterschiede trotz häufigerer DGF Für die Studie analysierten die Forscher die Krankenakten von 1944 Nierentransplantations-Patienten, die von 58 US-amerikanischen Organtransplantations-Organisationen aus den Jahren 2010 und 2018 gesammelt wurden. 954 von ihnen erhielten Nieren von verstorbenen Spendern, die sich einer Dialyse unterzogen hatten. Die Forscher glichen die Ergebnisse mit 990 Nieren von verstorbenen Spendern ab, die sich keiner Dialyse unterzogen hatten. Die Ergebnisse zeigten, dass bei Patienten, die Nieren von verstorbenen Spendern erhielten und sich einer Dialyse unterzogen, häufiger eine DGF auftrat als bei Patienten mit Nieren von verstorbenen Spendern, die keine Dialyse erhielten. Bei den Nierenempfängern mit höherer DGF gab es jedoch keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf das langfristige Transplantatversagen (dauerhafter Funktionsverlust des transplantierten Organs). „Es gibt erhebliche Unterschiede bei der Verwendung von Nieren verstorbener Hochrisikospender im ganzen Land [USA]“, erklärt Parikh. „Die Ergebnisse dieser Studie sollten Organbeschaffungsorganisationen und Transplantationsexperten dazu ermutigen, Nieren mit schwerer AKI von verstorbenen Spendern, die eine Dialyse erhalten haben, vorsichtig in den Zuteilungspool aufzunehmen“, plädiert der Forscher.
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