US-Umfrage bei unter 50-Jährigen: Gefährliche Lücken im Wissen um Bauchspeicheldrüsenkrebs4. November 2024 Pankreaskarzinom (Abbildung: © Crystal light/stock.adobe.com) Obwohl die Pankreaskarzinomraten bei Personen im Alter unter 50 Jahren zunehmen, hält sich die Auffassung, dass es sich in erster Linie um eine Erkrankung des höheren Alters handelt. Das hat zumindest eine Befragung unter gut 1000 US-Bürgern ergeben, die vom Ohio State University Comprehensive Cancer Center – Arthur G. James Cancer Hospital and Richard J. Solove Research Institute (OSUCCC – James) kürzlich durchgeführt wurde. Die daran teilnehmenden Personen wurden zu den Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs befragt. Mehr als die Hälfte (53%) der Befragten gab an, dass sie die frühen Anzeichen eines Pankreaskarzinoms nicht erkennen würden, und mehr als ein Drittel (375) glaubte, dass das Risiko für die Erkrankung unveränderlich ist. Ebenfalls mehr als ein Drittel (33%) war der Auffassung, dass ein Pankreaskarzinomrisiko nur bei älteren Menschen besteht. Doch Dr. Zubeida Cruz-Monserrate, Co-Leiterin des Molecular Carcinogenesis and Chemoprevention Program am OSUCCC – James warnt: „Die Raten für Bauchspeicheldrüsenkrebs nehmen aber jährlich um etwa ein Prozent zu, und wir sehen diese Erkrankung jetzt immer häufiger auch bei Personen in ihren 40ern. Das ist ein besorgniserregender Trend – und einer, der dringend erforscht werden muss, damit wir verstehen, warum das so ist.“ Welche Risikofaktoren man ändern kann – und welche nicht Laut Cruz-Monserrate beginnt die positive Beeinflussung des individuellen Bauchspeicheldrüsenkrebsrisiko mit dem Bemühen um ein gesundes Körpergewicht. Wie die Studie zeigte, erhöht Adipositas das Lebenszeitrisiko für ein Pankreaskarzinom um 20 Prozent. Auf der anderen Seite schätzt die American Cancer Society (ACS), dass nur rund zehn Prozent aller Krebserkrankungen des Pankreas mit einem hereditären Risiko in Zusammenhang stehen. „Seinen genetischen Hintergrund kann man nicht verändern, aber die Lebensgewohnheiten schon“, betont Cruz-Monserrate. Weitere modifizierbare Risikofaktoren sind erhöhter Alkoholkonsum, wenig Bewegung und eine Ernährung mit viel rotem Fleisch oder Fleischprodukten. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (54%) waren sich dessen bewusst, dass Gentests helfen zu erkennen, ob man sich auf Bauchspeicheldrüsenkrebs untersuchen lassen sollte. Forschung für Vorsorge, Prävention und Behandlung Die Wissenschaftler vom OSUCCC – James arbeiten an der Identifizierung von Möglichkeiten dafür, frühe Anzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkennen – darunter minimalinvasive Verfahren zur Vorsorge gegen Pankreaszysten – und um die Rolle von Diabetes und chronischer Pankreatitis beim Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verstehen. Bis die Wissenschaft jedoch mehr Antworten liefert, sind laut Cruz-Monserrate Maßnahmen zur Änderung von Lebensstilfaktoren – insbesondere die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts – und die Familienanamnese der Schlüssel zur Risikominderung. „Zu häufig agiert diese Erkrankung als ‚Silent Killer‛ und zeigt keine Symptome, bis sie in weniger behandelbare Stadien fortgeschritten ist. Wir müssen weiterhin aggressiv Forschung betreiben, die uns hilft, diese Krankheit effektiver zu verhindern, zu diagnostizieren und zu behandeln“, unterstreicht Cruz-Monserrate. Die ACS geht davon aus, dass dieses Jahr mehr als 66.000 Menschen in den USA die Diagnose Pankreaskarzinom erhalten, wobei weniger als 13 Prozent die folgenden fünf Jahre überleben werden. In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit hatten Cruz-Monserrate et al. an Mäusen nachgewiesen, dass körperliche Aktivität zu einer Verringerung von Entzündungen führt und Veränderungen der mit dem Fettgewebe in Zusammenhang stehenden Signalübertragung zur Unterdrückung von Adipositas-assoziiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs bewirkt. Ihre Beobachtungen untermauerten daher das Potenzial von Adipositas-Management-Strategien zur Verringerung des Risikos für Pankreaskarzinome, hatten die Forschenden bilanziert.
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "EU-Projekt ENDOTARGET: Patienten mit rheumatischen Erkrankungen unterstützen" EU-Projekt ENDOTARGET: Patienten mit rheumatischen Erkrankungen unterstützen Studien des EU-Rheuma-Forschungsprojekt ENDOTARGET liefern Erkenntnisse über die Verteilung der Biomarker nach Geschlecht, Alter, Body-Mass-Index und Krankheitstyp sowie über Unterschiede zwischen Kontroll- und Krankheitsgruppen. Zudem wurde die Rolle von Systemischer […]