USA: Versorgung von Krebspatienten mit Depression, Schmerzen und Fatigue25. Juni 2024 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) Depression, Schmerzen und Fatigue von Krebspatienten werden in den USA laut den Autoren einer aktuellen Studie nicht effektiv behandelt. Daher prüften Prof. Jennifer L. Steel von der University of Pittsburgh, USA, und ihre Kollegen den Effekt einer abgestuften kollaborativen Versorgung. Die Versorgung bestand aus einer 1-mal wöchentlichen kognitiven Verhaltenstherapie für 50–60 min durch einen Behandlungskoordinator via Telemedizin (z.B. Telefon oder Videokonferenz). Eine medikamentöse Behandlung der Symptome konnte eingeleitet oder geändert werden, wenn dies vom Behandlungsteam empfohlen oder vom Patienten gewünscht wurde. Hingegen bestand die Standardversorgung aus Screening und Überweisung an den entsprechenden Therapeuten zur Behandlung der Symptome. Ihre Phase-III-Studie CARES wurde an 29 ambulanten Krebskliniken, die mit dem UPMC Hillman Cancer Center in den USA assoziiert sind, durchgeführt. Dafür infrage kamen Patienten (≥21 Jahre) mit jeder Krebsart und klinischen Leveln an Depression, Schmerzen oder Fatigue (oder all diesen). Teilnahmeberechtigte pflegende Angehörige waren ≥21 Jahre alt und betreuten einen Krebspatienten, der dieser Studie zugestimmt hatte. Die Patienten wurden 1:1 für die abgestufte kollaborative Versorgung oder die Standardversorgung randomisiert, stratifiziert nach Geschlecht und Prognosestatus. Der Biostatistiker, die Onkologen und jene, die das Ergebnis beurteilten, waren für die Zuteilung verblindet. Zwischen dem 05.12.2016 und dem 08.04.2021 wurden 459 Patienten (201 Männer [44%], 258 Frauen [56%]) und 190 pflegende Angehörige in die Studie aufgenommen. 222 Patienten wurden für die Standardversorgung und 237 für die abgestufte kollaborative Versorgung randomisiert. Patienten in der Gruppe mit abgestufter kollaborativer Versorgung hatten vom Zeitpunkt 0 bis nach 6 Monaten eine größere Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) als jene in der Gruppe mit der Standardbehandlung (p=0,013, Effektstärke 0,09). Die HRQoL blieb für die Gruppe mit der abgestuften kollaborativen Versorgung erhalten (p=0,74; Effektstärke 0,01). Auch zeigten Patienten in dieser Gruppe nach 0–6 Monaten größere Verbesserungen im emotionalen (p=0,012), funktionellen (p=0,042) und körperlichen (p=0,033) Wohlbefinden als die Gruppe mit der Standardversorgung. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht gemeldet und Todesfälle wurden als nicht mit der Studie in Zusammenhang stehend betrachtet. Fazit „Ein integriertes Screening und eine neuartige kollaborative Versorgungsintervention sind empfehlenswert, um die HRQoL zu verbessern – verglichen mit dem aktuellen Versorgungsstandard“, bilanziert das Team. (sf) Autoren: Steel JL et al. Korrespondenz: Jennifer L. Steel; [email protected] Studie: Patient, family caregiver, and economic outcomes of an integrated screening and novel stepped collaborative care intervention in the oncology setting in the USA (CARES): a randomised, parallel, phase 3 trial Quelle: Lancet 2024;403(10434):1351–1361. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)00015-1
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