Vaginal Seeding könnte positiv für die neurologische Entwicklung sein

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Eine aktuelle Studie untersuchte den Effekt von vaginalem Mikrobentransfer auf die neurologische Entwicklung bei Babys. Den Antworten von befragten Eltern zufolge entwickelten sich die Kinder im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nach Vaginal Seeding besser. Die Studiendaten lassen laut Forschenden allerdings keine Rückschlüsse auf die neurologische Entwicklung der Kinder zu.

Inwiefern das Übertragen von Vaginalsekret auf das neugeborene Kind durch „Vaginal Seeding“ ein mögliches Defizit bei der Erstbesiedlung des Kindes mit Mikroben ausgleichen kann, war bisher noch nicht umfänglich untersucht. Chinesische Forschende stellen nun Ergebnisse einer kleinen verblindeten, randomisierten und kontrollierten Studie im Fachjournal „Cell Host & Microbe“ (siehe Primärquelle) vor. Sie sehen auf Basis der Daten Vaginal Seeding als eine sichere Methode an, die teilweise die neurologische Entwicklung sowie das Darmmikrobiom der Kinder normalisieren können soll.

In der Studie wurden 35 Babys kurz nach dem Kaiserschnitt mit Vaginalsekret der Mütter und 41 Kinder in der Kontrollgruppe mit einer Salzlösung eingerieben. Nach 42 Tagen untersuchten die Forschenden bei 68 Kindern das Mikrobiom und die Stoffwechselprodukte im Darm. Die neurologische Entwicklung der Kinder wurde anhand eines Fragebogens drei (46 Kinder) und sechs (57 Kinder) Monate nach der Geburt festgestellt. Darin beantworteten die Eltern Fragen zur Kindesentwicklung in Bezug auf Kommunikation, Feinmotorik, Grobmotorik, Problemlösung und persönlich-soziale Fähigkeiten.

Laut der Studienautoren wiesen die Babys, die ein Vaginal Seeding erhalten hatten, ein reiferes Darmmikrobiom auf als die Kinder aus der Kontrollgruppe. Darüber hinaus erreichten sie bei den Fragebögen bessere Ergebnisse, die auf eine fortschrittlichere neurologische Entwicklung schließen ließen, heißt es. In der zugehörigen Pressemitteilung der Studie spekuliert der Letztautor der Studie, Yan He, über mögliche Zusammenhänge zu weitreichenden neurologischen Entwicklungsstörungen und -krankheitsbildern. Eine Untersuchung dieser Zusammenhänge war allerdings nicht Teil der Studie.