Vaginale Östrogentherapie nicht mit einem Rezidiv des Endometriumkarzinoms assoziiert

Laut einer amerikanischen Studie erhöht eine vaginale Östrogentherapie das Risiko eines erneuten Auftretens von Endometriumkarzinomen nicht. (Bild: © Dzmitry/stock.adobe.com)

Eine amerikanische Studie legt nahe, dass eine vaginale Östrogentherapie nicht nur zahlreiche Wechseljahresbeschwerden wirksam lindert, sondern auch das Risiko eines erneuten Auftretens von Endometriumkarzinomen nicht zu erhöhen scheint. Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht.

Bis vor Kurzem trugen alle Formen der Hormontherapie, einschließlich der lokalen, niedrig dosierten vaginalen Östrogentherapie, denselben Warnhinweis wie höher dosierte systemische Therapien, obwohl die lokale, niedrig dosierte vaginale Östrogentherapie nur eine begrenzte, lokale Wirkung hat und die systemische Aufnahme minimal ist. Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen hat möglicherweise viele Frauen von der Anwendung der vaginalen Östrogentherapie abgehalten, trotz ihrer nachgewiesenen Vorteile bei der Behandlung verschiedener Wechseljahresbeschwerden wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Harnwegsproblemen.

Frauen, die wegen eines Endometriumkarzinoms behandelt werden, benötigen häufig eine Hysterektomie mit beidseitiger Salpingo-Oophorektomie oder andere Therapien wie Bestrahlung oder Chemotherapie, die vorzeitige Wechseljahre auslösen. Diese gehen typischerweise mit verstärkten Hitzewallungen, Nachtschweiß und urogenitalen Beschwerden einher. Die Häufigkeit von frühzeitigen Endometriumkarzinomen bei amerikanischen Frauen unter 50 Jahren ist zwischen 2000 und 2019 stetig von 2,2 auf 3,3 Fälle pro 100.000 Frauen angestiegen. Das bedeutet, dass deutlich mehr Frauen in jüngerem Alter betroffen sind. Aufgrund von Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen der Östrogentherapie werden diesen Frauen häufig nicht-hormonelle Behandlungen verschrieben, deren Wirksamkeit jedoch begrenzt ist.

Keine Hinweise auf erhöhtes Rezidivrisiko

Eine neue Studie, die auf Daten aus elektronischen Patientenakten und Versicherungsabrechnungen von 68 Gesundheitseinrichtungen für über 2800 Frauen im Alter von 18 bis 51 Jahren mit Endometriumkarzinom basiert, untersuchte die Anwendung einer lokalen, niedrig dosierten vaginalen Östrogentherapie sowie deren Auswirkungen bei jüngeren Überlebenden eines Endometriumkarzinoms. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 1,88 Jahre.

Auf Grundlage der Ergebnisse kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die vaginale Östrogentherapie bei jüngeren Endometriumkarzinom-Überlebenden nur selten angewendet wird (geschätzt auf 5,6 Prozent). Diejenigen Überlebenden, die kurzzeitig eine vaginale Östrogentherapie erhielten, wiesen jedoch kein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv des Endometriumkarzinoms auf im Vergleich zu Frauen, die diese Behandlungsoption nicht nutzten.

„Früherkennung und verbesserte, zielgerichtete Therapien haben dazu geführt, dass mehr Frauen nach einer Endometriumkarzinom-Diagnose überleben. Die Spätfolgen dieser lebensrettenden Behandlungen beeinträchtigen jedoch häufig die Lebensqualität und die Sexualfunktion erheblich. Urogenitale Symptome im Zusammenhang mit den Wechseljahren bessern sich selten ohne Behandlung und verschlimmern sich bei einem abrupten, frühen Eintritt der Menopause. Überlebende von Endometriumkarzinomen dabei zu unterstützen, evidenzbasierte Entscheidungen über ihre Behandlung zu treffen, ist besonders in dieser schwierigen Zeit wichtig. Die Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten um die lokale, niedrig dosierte vaginale Östrogentherapie wird in dieser Patientengruppe langfristige Vorteile bringen“, so Dr. Monica Christmas, stellvertretende medizinische Direktorin der Menopause Society.

(lj/BIERMANN)

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