Veränderungen der vaginalen Laktobazillen korrelieren mit Hochrisiko-HPV-Infektionen und zervikaler intraepithelialer Neoplasie

Pap-Abstrich unter dem Mikroskop: Entzündungsherd mit HPV-bedingten Veränderungen. (Symbolbild: © Saiful52/stock.adobe.om)

Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der vaginalen Laktobazillen, zervikaler intraepithelialer Neoplasie (CIN) und Hochrisiko-Infektionen mit humanem Papillomavirus (HR-HPV).

Für die Untersuchung wurden 358 HR-HPV-infizierte Frauen ausgewählt, die gynäkologisch untersucht wurden. Die Teilnehmerinnen wurden zufällig in eine Trainingsgruppe (n = 251) und eine Validierungsgruppe (n = 107) im Verhältnis 7:3 aufgeteilt. In der Trainingsgruppe wurden mittels multivariater logistischer Regressionsanalyse Faktoren identifiziert, die das Auftreten von CIN begünstigen. Darauf aufbauend entwickelten die Forscher ein Nomogramm-Modell zur Risikovorhersage. Die Leistungsfähigkeit des Modells wurde anhand von ROC- und Kalibrationskurven geprüft und anschließend im Validierungsset bestätigt. Zudem wurde mittels Entscheidungsanalyse (DCA) der klinische Nutzen des Nomogramms bewertet.

Die CIN-Inzidenz betrug 54,98 Prozent (138/251) im Trainingsdatensatz und 53,27 Prozent (57/107) im Validierungsdatensatz. Zwischen beiden Gruppen bestanden keine signifikanten Unterschiede in der CIN-Inzidenz oder den klinischen Merkmalen (p > 0,05). Im Trainingsdatensatz erwiesen sich eine verringerte Anzahl vaginaler Laktobazillen, ein erhöhter vaginaler pH-Wert, eine höhere HR-HPV-Last, ein höheres Alter, eine längere Dauer der persistierenden HPV-Infektion und ein niedrigerer Serum-Vitamin-D-Spiegel als unabhängige Risikofaktoren für das Auftreten von CIN bei HR-HPV-infizierten Frauen (alle p < 0,05). Darauf aufbauend wurde ein Nomogramm-Vorhersagemodell erstellt. Das Nomogramm-Modell zeigte sowohl im Trainings- als auch im Validierungsdatensatz eine gute Kalibrierung und Anpassungsgüte (C-Index-Werte: 0,845 bzw. 0,761; Hosmer-Lemeshow-Test p: 0,368 bzw. 0,412). Die ROC-Analyse des Nomogrammmodells zur Vorhersage von CIN bei HR-HPV-infizierten Frauen ergab AUC-Werte von 0,845 im Trainings- und 0,761 im Validierungsdatensatz. Die Sensitivitäten und Spezifitäten lagen bei 0,660 bzw. 0,845 sowie bei 0,619 bzw. 0,725.

Die Studie zeigt, dass das Nomogramm ein hilfreiches Werkzeug zur frühen Vorhersage von CIN bei HR-HPV-infizierten Frauen ist und klinische Entscheidungen zur gezielten Intervention unterstützen kann.

(lj/BIERMANN)