Wie wirkt sich eine Schwangerschaft auf Myasthenia gravis aus?

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Für Frauen mit Myasthenia gravis ist eine Schwangerschaft nicht mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsschübe oder für das Auftreten neuer bzw. die Verschlimmerung bestehender Symptome verbunden.

Dies geht aus einer Studie hervor, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde. Bei einem kleinen Prozentsatz der Betroffenen ist jedoch die postpartale Phase von bis zu einem Jahr mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsschübe assoziiert.

Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, die Muskelschwäche verursacht. Sie betrifft die willkürliche Muskulatur. Zu den Symptomen können herabhängende Augenlider, Doppelbilder, verwaschene oder leise Sprache, Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken sowie Schwäche in der Nacken-, Arm- und Beinmuskulatur gehören.

„Dies sind wunderbare Neuigkeiten für Frauen mit Myasthenia gravis, da frühere, kleinere Studien widersprüchliche Ergebnisse lieferten und viele Frauen aus Angst vor einer Verschlimmerung der Erkrankung während oder nach der Schwangerschaft auf Kinder verzichten“, erklärt Studienautorin Dr. Anna Rostedt Punga von der Universität Uppsala in Schweden. „Es ist beruhigend zu sehen, dass eine Schwangerschaft nicht zu einer Zunahme schwerer Krankheitsschübe führte – und dass dies für die Mehrheit der Frauen auch in den Monaten nach der Geburt galt.“

Die Studie untersuchte, ob weibliche Teilnehmerinnen mit Myasthenia gravis, die schwanger waren, aufgrund ihrer Erkrankung während der Schwangerschaft sowie im darauffolgenden Jahr stationär behandelt werden mussten. Diese Daten wurden mit der Häufigkeit und Art der Krankenhausaufenthalte im Jahr vor der Schwangerschaft verglichen. Die Forscher werteten dafür ein schwedisches Register für Menschen mit Myasthenia gravis aus. Sie analysierten die Datensätze von Teilnehmerinnen, deren Schwangerschaften zwischen 1987 und 2019 mindestens die 22. Schwangerschaftswoche erreicht hatten. Insgesamt wurden 112 Teilnehmerinnen mit 176 Schwangerschaften in die Studie aufgenommen.

Kein erhöhtes Risiko für krankheitsbedingte Krankenhausaufenthalte

Die Forscher stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit einer krankheitsbedingten stationären Aufnahme während der Schwangerschaft bei den Teilnehmerinnen nicht höher war als im Jahr vor der Schwangerschaft. Bei jenen Teilnehmerinnen, die tatsächlich stationär behandelt werden mussten, zeigte sich zudem kein erhöhtes Risiko für längere Krankenhausaufenthalte während der Schwangerschaft.

Für das Jahr nach der Geburt ergab sich insgesamt kein erhöhtes Risiko für eine stationäre Aufnahme. Bei denjenigen Teilnehmerinnen, die jedoch stationär behandelt wurden, nahm die Dauer des Krankenhausaufenthalts im Vergleich zum Jahr vor der Schwangerschaft zu. Insgesamt 19 Schwangerschaften (11 %) bei 16 Teilnehmerinnen machten im ersten Jahr nach der Geburt mindestens eine stationäre Aufnahme aufgrund von Myasthenia gravis erforderlich; im Vergleich dazu waren es 12 Schwangerschaften (7 %) bei 11 Teilnehmerinnen im Jahr vor der Schwangerschaft.

Nachdem die Forscher die Ergebnisse um weitere Faktoren bereinigt hatten, die das Risiko für Krankheitsschübe beeinflussen könnten – wie etwa die Dauer der Erkrankung bei den Teilnehmerinnen –, stellten sie fest, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Schub in der Zeit nach der Geburt fünfmal höher war als im Jahr vor der Schwangerschaft.

Allerdings berichtet Rostedt Punga auch: „Fast 90 Prozent der Frauen mussten im ersten Jahr nach der Geburt nicht stationär wegen Myasthenia gravis behandelt werden. Für jene, bei denen dies der Fall war, ist es wichtig anzumerken: Von den 16 Frauen, die in der Zeit nach der Geburt stationär aufgenommen werden mussten, erlebten neun – also mehr als die Hälfte – mindestens eine weitere Schwangerschaft, während der keine stationäre Behandlung erforderlich war. Dies deutet darauf hin, dass solche Krankheitsschübe keineswegs zwangsläufig eintreten müssen.“

Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass sie lediglich solche Krankheitsschübe erfasste, die eine stationäre Aufnahme oder eine Intensivierung der medikamentösen Therapie erforderlich machten; Informationen zu milderen Schüben wurden somit nicht erhoben.

(lj/BIERMANN)

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