Biomarker ermöglichen Vorhersage der Therapieresponse bei Myasthenia gravis28. Oktober 2025 Foto: © mdaros – stock.adobe.com Der systemische Entzündungsindex (SIRI) und der prognostische Ernährungsindex (PNI) ermöglichen eine Vorhersage, ob Patienten mit Myasthenia gravis auf eine Behandlung ansprechen. Der systemische Entzündungsindex (SIRI) und der prognostische Ernährungsindex (PNI) haben sich bei chronischen Infektionen, Schlaganfällen und Krebserkrankungen als gute Prädiktoren für das Outcome von Patienten erwiesen. Nun deuten die Ergebnisse eines chinesischen Forscherteams darauf hin, dass beide Biomarker auch bei Myasthenia gravis (MG) unabhängig voneinander eine Prognose ermöglichen – insbesondere bei Patienten mit Thymom. SIRI korreliere allerdings stärker mit dem Therapieansprechen als PNI, berichten die Autoren im „Journal of Inflammation Research“. Welche Patienten sprechen auf eine Therapie an? Um den Vorhersagewert von SIRI in Kombination mit PNI für die MG-Prognose zu evaluieren, hatten Ting Cheng und Kollegen von der Guangxi Medical University in Nanning (China) das Ansprechen von 260 MG-Patienten auf eine sechsmonatige Behandlung beurteilt. Hierfür legten sie die Veränderungen des MG-ADL(Activites of daily living)- sowie des QMG(Quantitative MG)-Scores durch die Therapie zugrunde und teilten die Studienteilnehmer in Gruppen mit und ohne klinische Besserung ein. Diese war als Abnahme des MG-ADL-Scores um mindestens zwei und des QMG-Scores um mindestens drei Punkte definiert. Wie die Autoren weiter berichten, berechneten sie zudem anhand der Blutwerte bei der Aufnahme das Lymphozyten-Monozyten-Verhältnis (LMR), das Thrombozyten-Lymphozyten-Verhältnis (PLR), das Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis (NLR), den SIRI und den PNI der Studienteilnehmer. Biomarker sagen Nichtansprechen voraus Dabei fanden sie bei Patienten ohne klinische Besserung signifikant erhöhte SIRI-, NLR- und PLR-Werte, während LMR und PNI reduziert waren (p<0,001). Eine multivariate logistische Regression ergab, dass sowohl SIRI als auch PNI ein Ausbleiben der klinischen Besserung signifikant vorhersagten (OR 9,108; 95%-KI 3,412–24,317; p<0,001; OR 0,695; 95%-KI 0,601–0,804; p<0,001). Die Fläche unter der Kurve (AUC) von SIRI in Kombination mit PNI zur Vorhersage einer klinischen Nonresponse bei MG betrug 0,928 (95%-KI 0,896–0,961; Sensitivität: 0,873; Spezifität: 0,851). Sie war damit höher als bei SIRI (AUC 0,841; 95%-KI 0,783–0,899; Sensitivität: 0,772; Spezifität: 0,845) und PNI (AUC 0,822; 95%-KI 0,770–0,875; Sensitivität: 0,759; Spezifität: 0,740) allein. Die Forschenden fanden zudem eine statistisch signifikante Wechselwirkung zwischen SIRI und Thymom (p=0,009). Die Kombination von SIRI und PNI könne als wertvoller Prädiktor für eine klinische Nichtresponse bei MG dienen, sind die Autoren überzeugt. (ej/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Neu entdeckte Darm-Hirn-Verbindung verwandelt Mahlzeiten in Erinnerungen" Neu entdeckte Darm-Hirn-Verbindung verwandelt Mahlzeiten in Erinnerungen Erinnerungen werden meist im Gehirn verortet – die allgemeine Annahme ist, dass sie sich dort sowohl bilden als auch gespeichert werden. Offenbar spielt aber auch der Darm dabei eine Rolle, […]
Mehr erfahren zu: "Neuroprotektion durch NLRP3-Blockade beim akuten Schlaganfall" Neuroprotektion durch NLRP3-Blockade beim akuten Schlaganfall In der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ berichten Forschende aus Würzburg über NLRP3 als vielversprechendes Zielmolekül: Dessen Blockade konnte im Experiment das Fortschreiten von Schlaganfällen bereits während des Gefäßverschlusses verlangsamen.
Mehr erfahren zu: "Schilddrüsenhormon T3 mindert Rezidivrisiko bei Medulloblastomen" Schilddrüsenhormon T3 mindert Rezidivrisiko bei Medulloblastomen Die Gabe des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) nach einer Chemotherapie kann das Wachstum von Medulloblastomen signifikant unterdrücken und Rezidive verhindern. Darauf deuten die Ergebnisse präklinischer Studien hin.