Verband der Akkreditierten Labore: GOÄ-Reform „im Grundsatz richtig“17. Juni 2025 Michael Müller 1. Vorstandsvorsitzender Akkreditierte Labore in der Medizin – ALM e.V. Foto: ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin e.V. Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) unterstützt zwar Beschluss des Deutschen Ärztetages zu Neufassung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), erwartet aber erwartet Gespräche zur Verbesserung des Entwurfs. Wie der ALM e.V. mitteilte, habe man die Debatte und Beschlussfassung zum gemeinsamen Entwurf der Bundesärztekammer (BÄK) und des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen (PKV) für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄneu) auf dem Deutschen Ärztetag aufmerksam verfolgt. „Auch für die fachärztlichen Labore ist eine Reformierung der GOÄ von großer Bedeutung, denn diese bildet die aktuellen Möglichkeiten der medizinischen Labordiagnostik deutlich besser ab. Insofern ist die Reform im Grundsatz richtig“, betonte Dr. Michael Müller, Erster Vorsitzender des ALM e.V. Zugleich begrüße der Verband die Formulierungen im Beschlussantrag des Vorstandes der BÄK sowie die vom BÄK-Präsidenten in der Debatte angekündigte Fortführung der Gespräche zur weiteren Verbesserung des vorliegenden Entwurfs, so Müller weiter. Er ergänzte: „Darin sehen wir die wichtige und erforderliche Chance, gemeinsam konstruktive Lösungen für die bestehenden Herausforderungen zu erarbeiten und somit auch die seitens der primär im fachärztlichen Labor arbeitenden Fachgruppen fundiert vorgetragenen Bedenken im Sinne der Versorgung der Privatversicherten zu diskutieren und zu lösen.“ Überproportionale Abwertung labormedizinischer Leistungen anpassen Müller forderte die „überproportionalen Abwertungen labormedizinischer Leistungen, die regelmäßig sogar die reinen Sachkostenerstattungen in der Vergütung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung unterschreiten“ des aktuellen Entwurfs mit Blick auf eine nachvollziehbare medizinische und wirtschaftliche Grundlage entsprechend anzupassen. Prof. Jan Kramer, stellvertretender Vorsitzender des ALM e.V. äußerte zwar Verständnis für „eine häufig ohne weitere Kenntnis vermutete Kostenentwicklung technischer Leistungen“, betonte aber gleichzeitig dass eine Gebührenordnungsreform weder ärztliche Fachgruppen gegeneinander stellen noch dazu führen dürfe, dass etablierte Versorgungsstrukturen im ambulanten ebenso wie stationären Bereich in Gefahr geraten und die flächendeckende, patientenzentrierte und qualitätsgesicherte Versorgung nicht mehr gewährleistet werden könne. „Die teils drastischen Abwertungen des Laborkapitels M sind zudem auch im Lichte der parallel erheblich gestiegenen Betriebskosten in den fachärztlichen Laboren zu sehen – ein Zusammenhang, der bislang nicht gebührend berücksichtigt wurde und Bestandteil der weiteren Gespräche bilden muss“, so Kramer weiter. Beschlussfassung des Ärztetages „wichtige Grundlage“ Der ALM e.V. sieht in der vom Deutschen Ärztetag angenommenen Beschlussfassung eine wichtige Grundlage, um die seitens der Fachgruppen aus dem Labor in den Clearinggesprächen kommunizierten erheblichen Verwerfungen in der GOÄneu und ihrer Kostenstruktur gemeinsam und konstruktiv anzugehen. Der Beschluss sieht vor, dass BÄK und PKV-Verband nun auf der Basis der vorliegenden Entwürfe die Gespräche abschließen. Der Vorstand der BÄK wird zudem beauftragt, „ […] auch nach einer Übergabe an die Bundesgesundheitsministerin im engen Austausch mit den ärztlichen Berufsverbänden und Fachgesellschaften erforderliche Anpassungen mit Blick auf den medizinischen Fortschritt und die Kostenentwicklung zu prüfen und in Abstimmung mit dem PKV-Verband und den Beihilfeträgern in den Entwurf einzuarbeiten und gegenüber dem Verordnungsgeber zu kommunizieren.“ Müller zu Gesprächen über die GOÄ: „Blicken optimistisch auf die gemeinsame Arbeit“ „Wir setzen uns dafür ein, dass die ärztlichen Laboratoriumsuntersuchungen sachgerecht und angemessen bewertet werden, um die in der Zukunft noch stärkere Bedeutung der medizinischen Labordiagnostik bei Prävention, Diagnostik, Therapie und Prognose für die Versicherten so abbilden zu können, dass stets die bestmögliche Versorgung garantiert wird“, hob Müller hervor. Er verwies darauf, dass es in Deutschland eine fachärztlich verantwortete medizinische Labordiagnostik gebe, die über den Facharztstandard und die ärztliche Perspektive wesentlich zur international hoch angesehenen labordiagnostischen Versorgung beitrage. Mit Blick auf die nächsten Schritte zeigte sich Müller zuversichtlich: „Wir blicken optimistisch auf die gemeinsame Arbeit mit allen Beteiligten an einer transparenten und zukunftsorientierten Lösung, die den medizinischen Anforderungen gerecht wird und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Labore berücksichtigt.“
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