Verbesserte Früherkennung der Alzheimer-Krankheit25. Dezember 2024 Foto: © Astrid Schaffner -Pixabay Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss unterstützt das Projekt „VERF-AK – Verbesserung der Früherkennung der Alzheimer-Krankheit durch gestufte Diagnostik“ mit einer Fördersumme von 3,4 Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 440.000 Menschen neu an der Alzheimer-Krankheit. Eine zeitgerechte Diagnostik und der frühe Beginn einer Therapie sind entscheidend für den Verlauf der Krankheit. Allerdings zeigen aktuelle Versorgungsstrukturen erhebliche Defizite. Oft wird eine Demenz zu spät oder ungenau diagnostiziert. Besonders Hausärzte stehen oft vor der Herausforderung, eine frühe Alzheimer-Diagnose zu stellen, da die Symptome in den Anfangsstadien unspezifisch und schwer einzuordnen sind. Spezialisierte Diagnostikzentren wie das Zentrum für Gedächtnisstörungen der Uniklinik Köln sind in ihrer Kapazität begrenzt, was zu langen Wartezeiten führt. Das Projekt VERF-AK zielt darauf ab, diese Versorgungsprobleme durch gestufte Diagnostik mit Etablierung einer expertenbasierten Schnittstelle zwischen Hausarztpraxen und spezialisierten Diagnostikzentren anzugehen. Die expertenbasierte Schnittstelle führt eine erste Untersuchung durch und informiert über weitere diagnostische Schritte (u. a. Biomarkerbestimmung). In Abhängigkeit der Ergebnisse und des Willens der Patientin bzw. des Patienten erfolgt eine Weiterleitung an die Gedächtnisambulanz oder alternativ eine Rücküberweisung mit Empfehlungen an die zuweisende Hausarztpraxis. Die neue Versorgungsform soll in Köln und Göttingen in Form einer cluster-randomisierten Studie evaluiert werden. Das Ziel ist eine frühzeitige und präzisere Zuweisung zu Diagnostikzentren, eine schnelle Unterstützung von Hausärztinnen und -ärzte und eine Vermeidung von Überdiagnostik zu erreichen. Die Gesamtprojektleitung obliegt Prof. Frank Jessen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln. Prof. Beate Müller, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, ist Partnerin im Konsortium. Sie wird eng mit den beteiligten Hausärztinnen und – ärzten in Köln zusammenarbeiten und deren Erfahrungen mit der neuen Versorgungsform erheben. Weiterhin sind neben der Universitätsmedizin Göttingen die Universität Leipzig als evaluierendes Zentrum, die BARMER Ersatzkasse und Betriebskrankenkassen, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. sowie die Berufsverbände der Neurologen und Psychiater involviert.
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