Verbindung zwischen “harmlosem” Virus und kardiovaskulären Schäden14. August 2018 Cytomegalovirus CMV in menschlicher Zelle. (Abb.: © Kateryna_Kon/Fotolia) Forscher der Brighton and Sussex Medical School (BSMS) haben eine unerwartet enge Verbindung zwischen einem Herpes-Virus und dem Auftreten von Immunzellen gefunden, die kardiovaskuläres Gewebe schädigen. Cytomegalovirus (CMV) ist ein sehr häufiges Virus ähnlich dem Herpesvirus, das Fieberbläschen verursacht und allgemein als harmlos angesehen wird. Normalerweise kontrolliert das Immunsystem das Virus, und die meisten Betroffenen merken nicht einmal, dass sie es haben. Die Arbeit unter der Leitung von Prof. Florian Kern, Leiter der Abteilung für Immunologie am BSMS, zeigt, dass klinisch relevante Zahlen eines bestimmten Typs von Immunzellen nur dann auftreten, wenn eine Infektion mit CMV vorliegt. Von den fraglichen Zellen (CD28null CD4 T-Zellen) weiß man seit Langem, dass sie an der Beschädigung der Arterien rund um das Herz beteiligt sind. Jedoch wurde bislang angenommen, dass diese Ansammlung von Zellen eine natürliche Konsequenz des Alterns ist. Die aktuelle Arbeit zeigt auch, dass bestimmte Gewebetypen, die genetisch determiniert sind, manche Menschen anfälliger dafür machen, eine große Anzahl dieser Zellen aufzuweisen. Dr. Alejandra Pera, Hauptautorin der Studie, sagt: “Wir waren uns früher einer Verbindung zwischen diesen Immunzellen und kardiovaskulären Schäden zwar bewusst, doch diese Studie ist die erste, die zeigt, dass nur im Falle einer solchen Infektion genügend Zellen vorhanden sind, um Schäden zu verursachen.” Kern kommentiert: “Unsere Arbeit lässt darauf schließen, dass die Cytomegalovirus-Infektion ein wichtiger klinischer Faktor ist, der bei der koronaren Herzkrankheit und einer fortgeschrittenen Arteriosklerose eine Rolle spielt. Sie zeigt auf, dass möglicherweise eine Behandlung der Virusinfektion bei einem Teil der Patienten ein probates Mittel darstellt, um eine koronare Herzkrankheit zu behandeln oder sogar zu verhindern. Der Gewebetyp könnte dabei helfen, diejenigen Personen zu identifizieren, die das höchste Risiko besitzen.”
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