Vermehrte IBS-Symptome nach Aufnahme von Galaktose-Olygosacchariden: Galaktosidase-haltige Tabletten helfen24. Mai 2018 © j-mel – fotolia.com Oral eingenommene α-Galactosidase kann beim Konsum von Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt an Galaktose-Olygosacchariden (GOS) zu einer klinisch signifikanten Reduktion der Symptome führen, die GOS-sensitive Patienten mit einem Reizdarm (irritable bowel syndrome [IBS]) in diesem Fall verspüren. Das wurde in einer neuen Studie festgestellt. Diese Strategie, so glauben die Autoren, könnte in die Praxis übernommen werden, um so – in Ergänzung zu einer Ernährungsweise, die arm an FODMAP (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole) ist – Nahrungsmittel mit hohem GOS-Gehalt für Patienten aus der genannten Gruppe verträglich zu machen. Die Arbeitsgruppe untersuchte die Einnahme von α-Galactosidase zusammen mit dem Konsum von Nahrungsmitteln mit hohem GOS-Gehalt in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie. Die daran teilnehmenden 31 Patienten erfüllten die Rom-III-Kriterien für ein IBS und lieferten positive Befunde beim Wasserstoffatemtest. Sie erhielten 300 GALU, 150 GALU (Galactosid-Einheiten) α-Galactosidase sowie Placebo (Glucose) in einer zufälligen Reihenfolge, mit einer höchstens 14 Tage dauernden Auswaschphase dazwischen. Nach einer 3-tägigen Run-in-Phase mit geringem FODMAP-Gehalt in den Mahlzeiten erhielten die Studienteilnehmer an 3 weiteren Tagen Mahlzeiten mit hohem GOS-Gehalt. Die Studienautoren ermittelten täglich die bei den Probanden auftretenden gastrointestinalen Symptome anhand einer visuellen Analog-Skala (100 mm) und nahmen am vorletzten Tag Atemproben zur Analysierung des Wasserstoffgehaltes. Bis zur endgültigen Auswertung blieben der Studie 31 IBS-Patienten erhalten (20 Diarrhö-Typ, 4 Obstipations-Typ, 7 gemischter Typ). Die Einführung von Lebensmitteln mit hohem GOS-Gehalt bei den Probanden resultierte in einem signifikanten Anstieg der Symptome insgesamt, wobei 21 Patienten eine GOS-Sensitivität zeigten (>10 mm Anstieg für Symptome insgesamt). Bei diesen Probanden senkten 300 GALU α-Galactosidase die Symptome insgesamt (median 24,5; Interquartilsbereich [IQR] 17,5–35,8 vs. 5,5; IQR 1,5–15,0; p=0,006) sowie Blähungen (20,5; IQR 9,5–42,0 vs. 6,5; IQR 2,0–15,8; p=0,017). Die Menge an Wasserstoff in der Ausatemluft war minimal, Unterschiede zwischen der Placebophase und der Phase mit der höheren α-Galactosidase-Dosis wurden nicht beobachtet (p=0,597). Fazit Orale α-Galactosidase, die mit hohen GOS-Nahrungsmitteln eingenommen wird, verringert die Symptome bei GOS-empfindlichen Personen mit Reizdarm klinisch signifikant. Diese Strategie kann in die Praxis umgesetzt werden, um die Toleranz gegenüber Nahrungsmitteln mit hohem GOS-Gehalt als Zusatztherapie zur FODMAP-armen Diät zu verbessern. Autoren: Tuck CJ et al. Korrespondenz: Prof. Caroline J. Tuck, Monash University, Melbourne, VC, Australien; [email protected] Studie: Increasing Symptoms in Irritable Bowel Symptoms With Ingestion of Galacto-Oligosaccharides Are Mitigated by α-Galactosidase Treatment Quelle: 2018;113(1):124–134. Web: www.nature.com/ajg
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