Vermeidung von Narbenbildung: Überblick über Strategien

Foto: © damato/Adobe Stock

Die Ergebnisse einer neuen Studie könnten zu vielversprechenden neuen Strategien führen, mithilfe derer sich Vernarbungen der Haut nach Verletzungen verhindern ließen.

Dass sich Narben bilden, wenn Wunden heilen, ist normal. Eine hypertrophe Narbenbildung stellt jedoch eine Störung der Haut dar, die sich durch die Ablagerung von übermäßig viel Kollagen auszeichnet. Dies führt zu dicken und oft erhabenen Narben. Darüber, welche Mechanismen dieser hypertrophen Narbenentwicklung zugrunde liegen, weiß man jedoch wenig. In der kürzlich veröffentlichten Studie wurden verschiedene Strategien zur Behandlung hypertrophen Narben bewertet.

Die Wundheilung der Haut besteht aus drei Phasen: Entzündung, Proliferation und Regeneration. Eine hypertrophe Narbenbildung kann als Folge einer Abnormalität bei diesen Prozessen auftreten. Die Häufigkeit solcher Narben liegt nach einer Operation zwischen 40 und 94 Prozent und nach einer Verbrennungsverletzung zwischen 30 und 91 Prozent. In ärmeren Ländern ist die Inzidenzrate höher, was die hohe Rate an Verbrennungsverletzungen widerspiegelt.

Zu den Hauptrisikofaktoren für die Bildung hypertropher Narben zählen Geschlecht, Alter, genetische Veranlagung, Wundgröße und -tiefe, anatomische Lage und mechanische Spannung der Wunde. Solche Narben beeinträchtigen die normale Funktion und führen naturgemäß zu ernsthaften physischen, psychischen und ästhetischen Problemen für die Patienten.

Allgemein ist anerkannt, dass die Zeit bis zum Abschluss der Wundheilung der wichtigste Faktor ist, um die Entwicklung hypertropher Narben vorherzusagen. In der vorliegenden Untersuchung entwickelte nur ein Drittel der Wunden Narbengewebe, wenn die Heilung in einem Zeitraum zwischen 14 und 21 Tagen erfolgte. Bei 78 Prozent der Stellen traten schwere Narben auf, wenn die Wunde erst nach 21 Tagen heilte.
Zu den etablierten Therapien zur Vorbeugung schwerwiegender Hautvernarbungen gehört die Kompressionstherapie, die seit Langem als die wichtigste nicht invasive Behandlung bei hypertrophen Narben gilt. Sie ist wahrscheinlich wirksamer, wenn sie innerhalb von zwei Monaten nach der initialen Verletzung durchgeführt wird.

Andere Interventionen umfassen Silikon, Steroide und Lasertherapie. Während die Wirksamkeit der Silikontherapie noch vollständig bestätigt worden ist, kommt die topische Verabreichung von Steroiden bei Verbrennungsverletzungen im Allgemeinen durchaus zum Einsatz und wird als wirksam bezeichnet. Es gibt übereinstimmende Belege dafür, dass eine präventive frühzeitige Laserintervention sowohl für die Geschwindigkeit der Narbenreduktion als auch für die Effizienz des therapeutischen Ansprechens von Vorteil sein dürfte.

Eine Resektion und Bestrahlung kann oftmals zusätzlich zu den Primärtherapien zum Einsatz kommen. Der Nutzen chirurgischer Ansätze hängt jedoch von der Art der Narbe ab. Autoren der aktuellen Studie argumentieren, dass Langzeitergebnisse nötig sind, um Entscheidungen über die Durchführung von Resektionen oder Bestrahlungen in diesem Zusammenhang zu treffen.

Das Medikament Botulinumtoxin A (btxA) wird häufig für kosmetische Zwecke sowie zur Behandlung von Kopf- und anderen Schmerzen eingesetzt. Nicht selten wird es auch in der Behandlung hypertropher Narben verwendet. Die an dem kürzlich publizierten Artikel beteiligten Forscher betonen, dass BtxA zwar einen positiven Effekt auf die Narbenprävention zu haben scheint, die optimale Konzentration des Arzneimittels zur Behandlung von Narben jedoch noch nicht bestimmt worden ist. Dies kann von der Größe oder Schwere der Wunde abhängen.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass das Medikament vielversprechend ist und weitere Untersuchungen gerechtfertigt sind.
Zukünftige Behandlungsmöglichkeiten für die Behandlung hypertropher Narben umfassen die Anti-Angiogenese-Therapie, Transplantation von Fett und die Stammzelltherapie. Es gebe es eine Reihe experimenteller Untersuchungen zur Wirksamkeit solcher Therapien in Bezug auf eine Verringerung abnormaler Gewebebildung.