Verringertes Adenokarzinom-Risiko unter Hormonersatztherapie14. Oktober 2021 © RFBSIP – stock.adobe.com (Symbolbild) Hormonersatztherapien zur Behandlung der Menopause (MHT) werden mit verschiedenen malignen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Nun wurde eine mögliche Assoziation zwischen verschiedenen MHT-Schemata und dem Risiko für ein kolorektales Karzinom (KRK) untersucht. In der Studie wurden MHT-Anwenderinnen (n=290.186) im Verhältnis 1:3 mit Nicht-Anwenderinnen verglichen. Als Dauer-Anwenderinnen wurden Frauen definiert, die zwischen 2005 und 2012 in Schweden ≥1 Rezept für eine systemische MHT erhalten hatten. Alle KRK-Fälle nach Beginn der Behandlung wurden aus dem schwedischen Krebsregister extrahiert. Die Assoziation wurde mit multivariablen konditionalen logistischen und Cox-Regressionsmodellen bewertet. Unterschiedliche Therapieschemata, Behandlungsdauer und Alter bei Behandlungsbeginn wurden in den Analysen berücksichtigt. Im Vergleich zu Nicht-Anwenderinnen hatten MHT-Anwenderinnen eine insgesamt geringere Wahrscheinlichkeit für Kolon- (OR 0,67; 95%-KI 0,63–0,72) und Rektum-Adenokarzinome (OR 0,66; 95%-KI 0,60–0,73), insbesondere Frauen im Alter von 40–60 Jahren. Frauen, die reine Östrogenpräparate (E-MHT) verwendeten, wiesen im Vergleich zu Nicht-Anwenderinnen ein geringeres Risiko auf (Kolon: OR 0,73; 95%-KI 0,65–0,82; Rektum: OR 0,76; 95%-KI 0,64–0,90), insbesondere bei Östradiol und Östriol. Eine frühere E-MHT-Therapie zeigte eine stärkere OR-Reduktion (Kolon: OR 0,49; 95%-KI 0,43–0,56; Rektum: OR 0,36, 95%-KI 0,28–0,45). Weiterhin bewirkte eine gegenwärtige Anwendung einer Östrogen-Gestagen-Kombinationstherapie (EP-MHT) eine weniger ausgeprägte OR-Reduktion (Kolon: OR 0,62; 95%-KI 0,54–0,72; Rektum: OR 0,60; 95%-KI 0,49–0,74) als frühere Anwendungen. Außerdem ergab sich für eine Therapie mit dem synthetischen Steroid Tibolon ein erhöhtes Risiko für ein linksseitiges kolorektales Adenokarzinom. Fazit Demnach könnte eine Einnahme von MHT das Risiko für kolorektale Adenokarzinome verringern. Dies gilt laut den Aussagen der Studienautoren sowohl für E-MHT als auch für EP-MHT, insbesondere bei früheren Anwenderinnen. (je) Autoren: Liu Q et al. Korrespondenz: Qing Liu; [email protected] Studie: Menopausal hormone therapies and risk of colorectal cancer: a Swedish matched-cohort study Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;53(11):1216–1225. Web:https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/apt.16362
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