Verstärkung eines gastroösophagealen Reflux durch Tragen von Gürteln27. Juli 2017 © pablo – fotolia.com Eine prospektive Studie hat ergeben, dass bei Ösophagitis oder Barrett-Ösophagus das Tragen eines Gürtels bzw. der dadurch ausgeübte Druck nach einer Mahlzeit den Säurereflux verstärkt. Eine Arbeitsgruppe hatte 8 Patienten mit Ösophagitis und 6 mit Barrett-Ösophagus in ihre Untersuchung aufgenommen (medianer Body-Mass-Index 26,8). Protonenpumpenhemmer mussten mindestens 7 Tage vor Beginn der Studie abgesetzt werden, H2-Rezeptor-Antagonisten mindestens 24 Stunden vorher. Ermittelt wurden das Ausmaß der Symptome im oberen Gastrointestinaltrakt. Außerdem führten die Wissenschaftler bei den Probanden sowohl 20 min lang im nüchternen Zustand und für 90 min nach Einnahme einer standardisierten Mahlzeit eine kombinierte hochauflösende pH-Messung und Manometrie durch. Die Plattenepithel-Zylinderepithel-Grenze wurde durch endoskopisch platzierte röntgendichte Clips markiert. Die Forscher führten die Untersuchungen mit und ohne Gürtel um den Bauch des Patienten durch; dabei handelte es sich um einen Gewichtheber-Gürtel, der eng saß und auf einen konstanten Druck von 50 mmHg eingestellt war. Ohne den Gürtel korrelierte der intragastrale Druck mit dem Bauchumfang (r=0,682; p=0,008), wobei die Bandbreite des Druckes zwischen dem kleinsten und dem größten Bauchumfang bei 15 mmHg lag. Der Gürtel erhöhte den intragastralen Druck um median 6,9 mmHg im nüchternen Zustand Up=0,002) und um 9 mmHg nach einer Mahlzeit (p=0,001). Der gastroösophageale Säurereflux wurde an jedem der pH-Sensoren durch den Gürtel um etwa das 8-Fache erhöht (alle p<0,05). Nach der Mahlzeit betrug die durchschnittliche Anzahl der Refluxereignisse mit Gürtel 4, ohne Gürtel nur 2 (p=0,008). Vorübergehende Relaxationen des unteren Ösophagussphinkters wurden durch den Gürtel nicht verstärkt, im Gegensatz zu solchen, die mit einem Reflux assoziiert waren (2 vs. 3.5; p=0,04). Der deutlichste Effekt des Gürtels bestand aus einer beeinträchtigten Ösophagus-Clearance in Bezug auf zurückfließende Magensäure (mediane Werte von 23 sec ohne Gürtel vs. 81,1 sec mit Gürtel; p=0,008). Autoren: Mitchell DR et al. Korrespondenz: Dr. Kenneth E. L. McColl, University of Glasgow, 126 University Place, Glasgow, G12 8TA, Großbritannien; [email protected] Studie: Abdominal Compression by Waist Belt Aggravates Gastroesophageal Reflux, Primarily by Impairing Esophageal Clearance Quelle: Gastroenterology 2017;152(8):1881–1888. Web: www.gastrojournal.org
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