Verzicht auf Brustoperationen beim invasiven Mammakarzinom: Kein ipsilaterales Rezidiv nach fünf Jahren7. Oktober 2025 Foto: © akarawut/stock.adobe.com Bei Frauen mit frühem Brustkrebs, die nach einer neoadjuvanten systemischenTherapie (NST) eine pathologische komplette Remission erreichen, ist eine Operation vor der Bestrahlung vermutlich überflüssig. Darauf zumindest deuten die Fünf-Jahres-Ergebnisse der Exceptional Responders Study Group um Dr. Henry M. Kuerer vom University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston (USA) hin. Weitere bestätigende Studien seien erforderlich, bevor dieser neue Ansatz die chirurgische Praxis verändere, schränken sie allerdings ein. Die einarmige, prospektive, nicht randomisierte klinische Phase-II-Studie wurde an sieben Zentren in den USA durchgeführt. Sie umfasste 50 Frauen ab 40 Jahren (medianes Alter 62 Jahre [IQR 55–77]) mit cT1-2N0-1M0 HER2+ (n=29; 58 %) oder triple-negativem (n=21; 42 %) invasiven Brustkrebs, die nach der NST in der Bildgebung residuelle Brustläsionen von mehr als 2 cm aufwiesen. Beurteilung der pathologisch vollständigen Remission Die Rekrutierung erfolgte vom 06.03.2017 bis 09.11.2021, die Datenanalyse von 10/2024 bis 12/2024. In der Studie kam nach der Standard-NST eine bildgestützte vakuumassistierte Biopsie (VAB) des Tumorbettes (9G mit mindestens 12 Kernen) zum Einsatz. Patientinnen mit klinisch nodalnegativer Erkrankung bei der Diagnose und ohne residuellen Krebs in der Brust bei der VAB nach einer NST unterzogen sich einer Ganzbrust-Strahlentherapie mit Booster, aber keiner Brust- oder Achseloperation. Hingegen kamen bei jenen mit initial dokumentiertem Lymphknotenbefall und einer pathologische vollständigen Remission in der Brust nach der VAB eine gezielte Axilladissektion und bei Frauen mit residuellem Tumor bei der VAB einer Standard-Brust- und Axilladissektion zum Einsatz. Die Patientinnen wurden alle sechs Monate mittels körperlicher Untersuchungen und Mammographie überwacht. Eine pathologische vollständige Remission der Brust nach der VAB stellten die Studienautoren bei 31 Patientinnen (62 %; 95 %-KI 47,2–75,34) fest und eine axilläre pathologische vollständige Remission bei allen acht Patientinnen mit initialen Lymphknotenmetastasen und pathologisch vollständiger Remission der Brust nach VAB, die sich einer gezielten Axilladissektion unterzogen. Das sehr erfreuliche Ergebnis nach einer medianen Nachbeobachtung von 55,4 Monaten (IQR 44,0–63,5): Die Rate ipsilateraler Rezidive bei Patientinnen ohne Brustoperation lag bei 0 Prozent und die Raten für das krankheitsfreie Überleben sowie für das Gesamtüberleben jeweils bei 100 Prozent. (sf)
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