Virchowbund: „Finger weg von unseren Terminen“6. November 2024 Foto: momius/stock.adobe.com Mit den Digitalisierungsgesetze sind Eingriffe in digitale Terminvergabesysteme geplant: Die eigenständige Terminvergabe der Praxen werde eingeschränkt, warnt der Virchowbund, der diese Pläne kategorisch ablehnt. Im aktuellen Gesundheits-Digitalagentur-Gesetz ist geplant, dass Kassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Terminbuchungsplattformen durch vereinbarte Standards vereinheitlichen und standardisieren (§ 370c). Dabei soll insbesondere ein „bedarfsgerechter und diskriminierungsfreier Zugang“ sichergestellt werden. „Das heißt nichts anderes, als dass Kassen und KBV zukünftig die Kriterien für die Terminvergabe definieren“, kommentiert der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich. „Sie bestimmen – ohne medizinisches Wissen – wer wann wo welche Termine erhält. Einzelne Patientengruppen, aber auch Selbstzahler oder Privatpatienten könnten ganz von dieser Form der Terminvergabe ausgeschlossen werden.“ Viel weiter gehen noch die Forderungen der Kassen: In einem Positionspapier des GKV-Spitzenverbandes wird gar gefordert, bis zu 75 Prozent der Arzttermine verpflichtend über diese standardisierten Terminvergabesysteme zu vergeben. Die Kassen selbst räumen sich sogar ein Zugriffsrecht auf diese dann zentral verfügbaren Termine ein. „Das ist sowohl ein massiver Eingriff in die berufliche Freiheit als auch in die Eigentumsverhältnisse von Praxisinhabern“, erklärt Heinrich. „Der Praxisarzt verliert die Möglichkeit, flexibel Termine für eigene Patienten zu vergeben.“ Zudem bleibt die Situation der Terminschwänzer, der so genannten „No-shows“ ungelöst. Bislang schon werden rund 20 Prozent der online vereinbarten Termine ohne Absage versäumt. Dies wird mit dem Gesetzesvorhaben weiter zunehmen und die Organisation in den Praxen weiter erschweren. Heinrich warnt: „Finger weg von unseren Terminen. Diese Vorhaben machen aus dem Vertragsarzt in freier Praxis einen Staatsmediziner unter der Kontrolle staatlicher Regulierungsbehörden.“
Mehr erfahren zu: "Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht" Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht Ein niedersächsisches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung von präziseren Diagnoseverfahren für Kollagenosen. Im Fokus stehen dabei zwei Typen von Immunreaktionen. Das Programm „zukunft.niedersachsen“ unterstützt die Such nach der Routinediagnostik mit […]
Mehr erfahren zu: "GKV-Reform: Chirurgen warnen vor Einschnitten bei der Versorgungsqualität" GKV-Reform: Chirurgen warnen vor Einschnitten bei der Versorgungsqualität Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) sieht im vorliegenden Referentenentwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes positive Ansätze, um Ressourcen effektiver zu nutzen, aber auch Risiken für die chirurgische Versorgung.
Mehr erfahren zu: "GKV-Chef hält Beitragssenkungen für möglich" GKV-Chef hält Beitragssenkungen für möglich Die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) kannten zuletzt nur eine Tendenz – nämlich aufwärts. Das könnte sich ändern, meint der Spitzenverband, nennt aber eine Bedingung.