Vitamin D – kein Effekt auf muskuloskelettale Gesundheit

Vitamin D
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Eine gepoolte Analyse von 81 randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass die Einnahme von Vitamin D weder Knochenbrüche oder Stürze verhindert, noch klinisch bedeutsame Auswirkungen auf die Knochendichte hat. Die Dosierung der Vitamin-D-Supplementation macht dabei offenbar keinen Unterschied.

Die Analyse umfasst insgesamt 53.537 Studienteilnehmer. Verglichen wurde die Einnahme von Vitamin D mit keiner Behandlung, einem Placebo oder niedriger dosiertem Vitamin D. Die Studien gaben als Endpunkte Frakturen oder Hüftfrakturen (n=42), Stürze (n=37) oder die Knochendichte in der Lendenwirbelsäule, der Hüfte, dem Schenkelhals, dem gesamten Körper oder dem Unterarm an (n=41).

Vitamin D hatte keinen Effekt auf das Auftreten von Frakturen  (36 Studien; n=44.790; RR 1,00; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,93–1,07), Hüftfrakturen (20 Studien; n=36.655; 1,11; 95%-KI 0,97–1,26) oder Stürze (37 Studien; n=34.144; 0,97; 95%-KI 0,93–1,02). Die Ergebnisse blieben gleich, als Studien mit hoch dosiertem und Studien mit niedrig dosiertem Vitamin D verglichen wurden.

Auch eine Subgruppenanalyse mit Dosierungen >800 IU Vitamin D am Tag kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Und auch im Hinblick auf die Knochendichte – unabhängig davon, an welcher Stelle sie gemessen wurde – ergab sich zwischen den Gruppen kein klinisch relevanter Unterschied: Über Zeiträume von 1–5 Jahren betrugen die Risikounterschiede –0,16 bis 0,76%.

Was Frakturen und Stürze anbelangte, bewegten sich die Effektschätzungen innerhalb der Futility Boundary für Relative Risiken von 15%, 10%, 7,5% und 5% (nur Frakturen). Dies zeige, so die Autoren, dass eine Supplementierung mit Vitamin D Frakturen und Stürze nicht um diese Prozentsätze reduziere.

Für Hüftfrakturen lag die Effektschätzung für ein Relatives Risiko von 15% zwischen der Futility Boundary und der Inferior Boundary. Dies bedeute, dass Vitamin D das Risiko für Hüftfrakturen nicht um 15% senke.

Unsicher bleibe aber, ob die Einnahme von Vitamin D möglicherweise das Risiko für Hüftfrakturen erhöhe. Die Effektschätzung lag innerhalb der Futility Boundary bei Grenzwerten von 0,5% für die Knochendichte in der Hüfte insgesamt, dem Unterarm und der Gesamtknochendichte und von 1,0% in der Lendenwirbelsäule und dem Schenkelhals. Dies zeige, dass Vitamin D diese Endpunkte nicht um diese Prozentsätze beeinflusse.

Fazit
Die Autoren schlussfolgern, dass es kaum eine Berechtigung für die Einnahme von Vitamin D zur Erhaltung oder Verbesserung der muskuloskelettalen Gesundheit gebe, was sich in den klinischen Leitlinien widerspiegeln sollte. (nec)

Autoren: Bolland MJ et al.
Korrespondenz: Department of Medicine, University of Auckland, Auckland, Neuseeland
Studie: Effects of vitamin D supplementation on musculoskeletal health: a systematic review, meta-analysis, and trial sequential analysis
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2018;6(11):847–858.
Web: www.thelancet.com/journals/landia