Vitamin D unterstützt Körper bei Bekämpfung der MDR-Tuberkulose7. Februar 2019 Foto: © robsphoto/Fotolia Britische Wissenschaftler haben in einer neuen Studie festgestellt, dass Vitamin D die Clearance von Tuberkulose(TB)-Bakterien aus der Lunge von Patienten mit multiresistenter TB beschleunigt. Das ergab eine Studie unter Federführung der Queen Mary University of London. In die Untersuchung waren 1850 Patienten eingeschlossen, die eine Antibiotikatherapie erhielten. Hauptautor Prof. Adrian Martineau erläutert: “Die multiresistente Tuberkulose ist weltweit auf dem Vormarsch. Sie ist notorisch schwer zu behandeln und hat eine viel schlechtere Prognose als die Standard-Tuberkulose. Unsere Studie zeigt die Möglichkeit auf, dass Vitamin D – das sehr sicher und kostengünstig ist – dieser schwer zu behandelnden Gruppe von Patienten durch einen neuartigen Behandlungsansatz von Nutzen sein könnte. Durch die Zugabe von Vitamin D zu einer Antibiotikatherapie können wir das Immunsystem stärken, sodass es dem Körper hilft, die TB-Erreger zu beseitigen, anstatt sich auf Antibiotika allein zu verlassen und darauf, dass sie die Bakterien direkt abtöten.” “Dies ist ein neuartiger Ansatz, da er in Kontrast zu der konventionellen Strategie steht: Neue Antibiotika zu entwickeln, um mit dem Aufkommen von arzneimittelresistenten Bakterien Schritt zu halten – ein Wettrüsten, das für uns schwer zu gewinnen ist”, ergänzt Martineau. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass 10 Millionen Menschen im Jahr 2017 an einer aktiven Tuberkulose litten und 1,6 Millionen Menschen an dieser Krankheit verstorben sind. Die multiresistente TB (MDR-TB) wird durch Bakterien verursacht, die gegen die Behandlung mit mindestens zwei der wirksamsten Medikamente der Erstlinie resistent sind. Dies verursache weltweit etwa 500.000 Fälle und 150.000 Todesfälle pro Jahr, so die Queen Mary University. Bestehende Antibiotikatherapien für die MDR-TB sind mit ihren schwerwiegenden Nebenwirkungen oft toxisch und zudem langwierig und teuer. Vitamin D habe bereits in der Vergangenheit das Potenzial gezeigt, das Immunsystem zu stärken, erklären die Forscher. Randomisiert-kontrollierte Studien zu Vitamin D in der TB-Therapie hätten aber zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. In der neuen Untersuchung, deren Ergebnisse im “European Respiratory Journal” publiziert worden sind, sammelte das Forscher-Team Daten von 1850 TB-Patienten, die an klinischen Vitamin-D-Studien in acht Ländern (Großbritannien, Pakistan, Bangladesch, Indien, Indonesien, Mongolei, Georgien und Guinea-Bissau) teilgenommen hatten. Anschließend führten sie eine Analyse durch, um festzustellen, ob bestimmte Patientengruppen besser auf Vitamin D reagierten als andere. Wurde Vitamin D einer Antibiotikatherapie hinzugefügt, war zu beobachten, dass es die TB-Clearance speziell bei Patienten mit MDR-TB beschleunigte, obwohl bei der gesamten Studienpopulation keine raschere TB-Clearance zu beobachten war. Die Vitamin-D-Nahrungsergänzung erwies zudem bei den verabreichten Dosierungen als sicher, ohne dass sie in Zusammenhang mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen gestanden hätte. Laut den Wissenschaftlern zeigen diese Ergebnisse das Potenzial für “Host Directed Therapies” (Behandlungen, die das Immunsystem stärken), die die Outcomes von Patienten mit arzneimittelresistenten bakteriellen Infektionen verbessern. Die Forscher weisen darauf hin, dass die vorliegende Analyse allein nicht ausreiche, um eine klinische Empfehlung zur Verwendung von Vitamin D bei der Behandlung von MDR-TB zu rechtfertigen. Der Grund ist, dass sie auf einer relativ geringen Anzahl von Teilnehmern beruht. Die Studienautoren erklären jedoch, dass diese Ergebnisse nun ein Grund für die Durchführung weiterer klinischer Studien sind. Ziel dieser Untersuchungen wäre zu sehen, ob Vitamin D Patienten wirklich nutzen kann, die Standardantibiotika gegen MDR-TB einnehmen.
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