Vitiligo und Melanom: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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Die Anzahl und Wirksamkeit von Therapien für fortgeschrittene Melanome hat deutlich zugenommen. Immuntherapien wie z.B. das anti-zytotoxische T-Lymphozyten-Antigen-4- (CTLA-4) haben die Prognose für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom verbessert.

Während die spontane Melanom-assoziierte Vitiligo ein bekanntes Phänomen ist, ist dessen Auftreten nach einer Melanom-Therapie anerkanntermaßen mit günstigen Ergebnissen assoziiert. Ziel einer aktuellen Untersuchung ist, einen umfassenden Literaturüberblick über die Melanom-assoziierte Vitiligo zu geben und die Erkenntnisse zu vertiefen, die diese Befunde über die Pathobiologie der Vitiligo und die den Melanom-Therapien zugrunde liegenden Mechanismen liefern. Die 36 überprüften Studien umfassten Metaanalysen (n=2), prospektive Kohortenstudien (n=4), prospektive Beobachtungsstudien (n=3), retrospektive Studien (n=12), Fallserien (n=2) und Fallberichte (n=13).Die grundlegenden Mechanismen, die der Melanom-assoziierten Vitiligo und der Vitiligo zugrunde liegen, können gemeinsam genutzt werden. Die Charakterisierung dieser Mechanismen wird neue Biomarker und therapeutische Ziele sowohl für Melanom als auch für Vitiligo identifizieren. Die Berücksichtigung des Immunsystems macht die mögliche Überlappung zwischen Anti-Tumor-Immunität und Autoimmunität deutlich. Die Entwicklung einer Vitiligo-ähnlichen Depigmentierung in Verbindung mit einer Immuntherapie beim Melanom könnte Einblicke sowohl in die Immunantwort gegen das Melanom als auch in die Pathogenese der Vitiligo geben. (am)