Von Tieren übertragener Malariaparasit erstmals bei Menschen nachgewiesen

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Forscher des All India Institute of Medical Sciences (AIIMS), Neu-Dehli, haben erstmals den Malariaparasiten Plasmodium knowlesi bei Teilnehmern einer Studie zu Krankheitserregern von akuten fieberhaften Erkrankungen nachgewiesen. P. knowlesi ist Anfang der 2000-er Jahre in Borneo von Affen auf den Menschen übergesprungen und breitet sich seitdem in kleinen Fallzahlen in Südost-Asien aus. Aus Nordindien waren bislang keine Fälle bekannt.

Indien gilt neben den Hochrisikoregionen in Afrika als das Land mit dem höchsten Infektionsrisiko für Malaria, insbesondere in der Monsunzeit von Juni bis September. „Nach dem Monsun kommt es regelmäßig zu Ausbrüchen auch in Großstädten, da der Hauptüberträger der Malaria tropica, die Mückenart Anopheles stephensi, seit einigen Jahren auch im urbanen Umfeld brütet“, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

„Da A. stephensi auch Malaria P. knowlesi übertragen kann, ist zu befürchten, dass sich dieser Malaria-Parasit in den betroffenen Gebieten und darüber hinaus stark ausbreiten könnte und viele Menschen infiziert.“ Forscher des AIIMS hatten ihn bei Studienteilnehmern aus den Bundesstaaten Uttar Pradesh, Haryana und Delhi nachgewiesen, in einer früheren Studie bereits auf den Andamanen- und Nikobareninseln.

Der natürliche Wirt von P. knowlesi ist der Makakenaffe, der auch in Nordindien stark verbreitet ist. Bislang ging man davon aus, dass Menschen sich über Affen infizieren und keine Übertragung von Mensch zu Mensch auftritt. „Inzwischen vermuten die Forscher, dass es auch zu Mensch-Mücke-Mensch-Infektionen kommen kann“, sagt Jelinek. P. knowlesi kann neun bis zwölf Tage nach der Infektion hohes Fieber verursachen. In schweren Fällen kann es laut der World Health Organisation (WHO) auch zu Organversagen kommen.

In der kürzlich veröffentlichten Studie hatten die Forscher Fälle akuter fieberhafter Erkrankungen am All India Institute of Medical Sciences in Neu-Delhi von Juli 2017 bis September 2018 analysiert. Dabei stellten sie fest, dass die meisten Patienten mit Malaria Koinfektionen aufwiesen, in den meisten Fällen (44 Prozent) mit dem Dengue-Virus.

Plasmodium-Infektionen sind endemisch mit Infektionen, die durch andere Erreger akuter fieberhafter Erkrankungen wie das Dengue-Virus, Chikungunya-Virus, Leptospira spp. und Orientia tsutsugamushi verursacht werden. Koinfektionen können die Schwere der Malaria-Erkrankung, die Behandlungsergebnisse und die Entwicklung von Arzneimittelresistenzen beeinflussen, wie die Studie zeigte.

Die Forscher kamen daher zu dem Ergebnis, dass in Gebieten mit einer großen Anzahl schwerer Malariafälle ein diagnostisches Screening auf alle vier Dengue-Serotypen, Leptospirose und alle Plasmodium-Arten – darunter P. knowlesi – durchgeführt werden sollten.