Vorhersage der Mortalität bei Schlaganfallpatienten 24. Februar 2021 © samunella – stock.adobe.com (Symbolbild) Durch einen Schlaganfall verursachte Hirnverletzungen zeichnen sich durch ihre Heterogenität aus. Deshalb besteht ein Bedarf für einen Biomarker, der den Grad der neuroaxonalen Verletzungen über alle Schlaganfalltypen hinweg bestimmen kann. Mit diesem Ziel führte Dr. Tania Gendron von der Mayo Clinic (USA) ihre neue Studie durch. Gendron und ihre Kollegen untersuchten im Detail, ob sich Neurofilament-Leichtketten (NFL) im Blut als Biomarker eignen. Sie fanden heraus, dass NFL als prognostischer Biomarker in Frage kommt und bei der Planung von Unterstützungs- und Rehabilitationsleistungen und der Verbesserung der Effizienz klinischer Studien für Schlaganfalltherapeutika und -geräte helfen könnte. Die in die Studie aufgenommenen Patienten litten an einem akuten Schlaganfall (ACI; n=227), einer aneurysmatischen Subarachnoidalblutung (aSAH; n=58) oder einer nicht traumatischen intrazerebralen Blutung (ICH; n=29). Die Forschenden validierten ihre Ergebnisse zusätzlich dazu in 2 unabhängigen Kohorten von Patienten mit ICH (n=96 und n=54), da für diesen tödlichsten Schlaganfalltyp bisher nur wenige Blutbiomarker-Studien vorlagen. Im Vergleich zu gesunden Personen (n=79 und n=48 für die Entdeckungs- bzw. Validierungskohorte) war die NFL-Konzentration bei allen Schlaganfalltypen höher. Die NFL waren auch mit radiologischen Markern von Hirngewebeschäden assoziiert. Es korrelierte außerdem mit dem Ausmaß der frühen ischämischen Verletzung bei ACI-Patienten, dem Schweregrad der Blutung bei aSAH-Patienten und dem intrakraniellen Blutungsvolumen bei ICH-Patienten. Fazit NFL korrelierte bei allen Patienten unabhängig mit den Ergebnissen von NIH-Schlaganfallskala, modifizierten Ranking-Skala und Mini-Mental-Status-Test. Darüber hinaus sind höhere NFL-Konzentrationen unabhängig voneinander mit einer funktionellen Beeinträchtigung für 3 oder 6 Monaten und einer höheren Gesamtmortalität verbunden. Die Daten unterstützen daher, unabhängig vom Schlaganfallmechanismus, NFL als Biomarker zur Abschätzung neuroaxonaler Verletzungen und zur Vorhersage der Mortalität. (sh) Autoren: Gendron TF et al. Korrespondenz: Leonard Petrucelli; [email protected] Studie: Plasma neurofilament light predicts mortality in patients with stroke Quelle: Sci Transl Med 2020;12(569):eaay1913. Web: https://doi.org/10.1126/scitranslmed.aay1913
Mehr erfahren zu: "Pupillenmessung könnte Erholung des Bewusstseins nach Hirnverletzung vorhersagen" Pupillenmessung könnte Erholung des Bewusstseins nach Hirnverletzung vorhersagen Ein einfache Pupillenmessung am Krankenbett könnte Auskunft darüber geben, ob Patienten mit schweren Hirnverletzungen das Bewusstsein wiedererlangen werden.
Mehr erfahren zu: "Große Sprachmodelle in der Medizin: Übersichtsarbeit analysiert Risiken und Strategien für sicheren klinischen Einsatz" Große Sprachmodelle in der Medizin: Übersichtsarbeit analysiert Risiken und Strategien für sicheren klinischen Einsatz Große Sprachmodelle (LLMs) halten Einzug in klinische Arbeitsabläufe. Ihre Nutzung schreitet häufig jedoch schneller voran, als offizielle Sicherheits- und Schutzmaßnahmen Schritt halten können.
Mehr erfahren zu: "STOC-T kann hochauflösende Bildgebung von Retina und Choroidea verbessern" STOC-T kann hochauflösende Bildgebung von Retina und Choroidea verbessern Eine neue Technologie ermöglicht hochauflösende Aufnahmen von Retina und Choroidea über einen größeren Tiefenbereich als die konventionelle OCT. Das Verfahren wird Spatio-Temporal Optical Coherence Tomography (STOC-T) genannt. Ein Review im […]