Vorstandswahlen – MVZ-Regulierung, Patientenversorgung und Fachkräftesicherung als zentrale Themen14. Juni 2023 Bild: © Parradee – stock.adobe.com Im zehnten Jahr des Bestehens der Akkreditierten Labore in der Medizin e.V. blickt der alte und neue Vorsitzende des Verbandes positiv auf die Arbeit der vergangenen Jahre zurück. „Wir stehen als ALM e.V. für eine kontinuierliche und verlässliche Patientenversorgung mit Labordiagnostik. Wir können wirklich stolz auf unsere Verbandsarbeit in den zurückliegenden zehn Jahren sein“, so das Fazit von Dr. Michael Müller im Rahmen der Mitgliederversammlung. Die Mitglieder des fachärztlichen Berufsverbandes wählten auf ihrer Versammlung auch den Vorstand. Dr. Michael Müller wurde erneut als 1. Vorsitzender und Prof. Dr. Jan Kramer als stellvertretender Vorsitzender des ALM e.V. im Amt bestätigt. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Nina Beikert, Prof. Dr. Christian Götting, Dr. Christoph Mahnke, Dr. Wolf Kupatt, Evangelos Kotsopoulos und Dr. Christian Scholz wiedergewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Herr Prof. Dr. Christoph Keck. Dr. Frank-Peter Schmidt, der vor zehn Jahren als erster Vorsitzender den Verband führte und viele Jahre im Vorstand des ALM e.V. aktiv war, trat nicht erneut zur Wahl an. „Der ALM e.V. als fachärztlicher Berufsverband ist ein verlässlicher Partner der Gesundheitspolitik, der Selbstverwaltung und der weiteren Verbände im Gesundheitswesen. Unsere Expertinnen und Experten werden in der Politik und in den Medien gehört und ernst genommen. Teil dieses Erfolgs ist sowohl die gute Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes als auch die breite thematische und personelle Aufstellung in unseren Arbeitsgruppen“, erklärte Müller. Verlässliche Rahmenbedingungen gefordert „Eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung und die Unabhängigkeit der ärztlichen Leistungserbringung sind gelebte Grundsätze in allen fachärztlichen Laboren. Das Ziel der Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten sollte daher auch der Fokus von gesetzgeberischen Aktivitäten sein. Es ist aber absehbar, dass die aktuell geplanten regulatorischen Eingriffe entgegengesetzt wirken und ohne dringend erforderliche Anpassung die Versorgungssicherheit gefährden können!“, so Müller weiter. Gerade die aktuell zur Diskussion stehenden Regulierungsvorschläge zu Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) seien ein Beispiel für einen regulatorischen Eingriff zu Lasten der Versorgungssicherheit. „Insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels in medizinischen Berufen müsste eine Gesetzgebung doch im Kern darauf abzielen, möglichst viele Ärzte in die ambulante Versorgung einzubinden. Ob diese als Angestellte oder als niedergelassene Praxisinhaber tätig sind, kann nicht die primäre Rolle spielen. Genau hier können MVZ-Gruppen als Arbeitgeber die Erwartungen der nächsten ärztlichen Generation erfüllen. Eine Regulierung muss daher trägerunabhängig auf die Sicherung und Verbesserung der Versorgungsqualität und die Bindung von ärztlichen sowie nichtärztlichen Fachkräften in attraktiven Versorgungseinrichtungen, ob ambulant oder stationär, abzielen“, so Müller. Als erfreulich und als Zeichen für einen sach- und patientenorientierten Diskussionsansatz des ALM e.V. bewertet der erste Vorsitzende, dass die Positionierung des ALM e.V. im Rahmen der MVZ-Debatte innerhalb des Verbandes trägerunabhängig vollumfänglich geteilt und unterstützt wird. „Wir brauchen keine weitere gesetzliche Regulierung! Wir wollen ‚nur‘ eine gute Labormedizin mit hohem Qualitätsmaßstab im Sinne der Patienten sicherstellen und brauchen verlässliche Rahmenbedingungen!“, so ein Teilnehmer aus einem niedergelassenen Facharztlabor bei der Mitgliederversammlung. Fachkräftemangel bleibt große Herausforderung Ein sorgenvoller Blick richtet sich auf das Thema Fachkräfte, das auch weiterhin ein zentrales Thema des Verbandes bleibt. „Mit Blick auf die demografische Entwicklung in den Laboren und die erkennbaren Hintergründe für den aktuell zögerlichen Ausbildungsstart im Zusammenhang mit der reformierten MTL-Ausbildung ist eine enorme Lücke absehbar. Es wird deutlich, dass mit den zur Verfügung gestellten Ausbildungskapazitäten der tatsächliche MTL-Bedarf der fachärztlichen Labore mittelfristig zumindest in der Fläche nicht gedeckt werden kann“, so das Fazit von Fabian Raddatz, Sprecher der Arbeitsgruppe MTL. Neben praxisnahen Konzepten für die Integration ausländischer Fachkräfte ist auch die weiterhin bestehende Finanzierunglücke der im Schwerpunkt ambulant tätigen Labore im Rahmen der neuen MTL-Ausbildung ein Thema. Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung von regulatorischen Rahmenbedingungen der MTL-Ausbildung in den Bundesländern
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