Vorteil von Ibrutinib-Venetoclax bei CLL: Bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer nach zwei Jahren keine MRD nachweisbar19. Februar 2026 Bild: ©jarun011 – stock.adobe.com In einer multizentrischen, offenen Phase-III-Studie hat das Autorenteam um Dr. Talha Munir bei Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL) die Therapie mit Ibrutinib-Venetoclax, Ibrutinib als Monotherapie und Fludarabin-Cyclophosphamid-Rituximab (FCR) verglichen. Eine Zwischenanalyse des PFS hatte bereits eine Überlegenheit von Ibrutinib-Venetoclax gegenüber FCR gezeigt. Die Studienteilnehmer wurden randomisiert der Behandlung mit Ibrutinib-Venetoclax, Ibrutinib allein oder FCR zugewiesen. Als primäre Endpunkte legten Munir et al. eine nicht nachweisbare MRD im Knochenmark innerhalb von 2 Jahren in der Ibrutinib-Venetoclax-Gruppe im Vergleich zur Ibrutinib-Monotherapie-Gruppe und das PFS in der Ibrutinib-Venetoclax-Gruppe im Vergleich zur FCR-Gruppe fest. Sekundäre Endpunkt waren das PFS in der Ibrutinib-Venetoclax-Gruppe im Vergleich zur Ibrutinib-Monotherapie-Gruppe und das OS. Bei insgesamt 172 der 260 Teilnehmer (66,2 %) in der Ibrutinib-Venetoclax-Gruppe ließ sich innerhalb von 2 Jahren keine MRD im Knochenmark nachweisen, verglichen mit keinem der 263 Teilnehmer in der Ibrutinib-Monotherapie-Gruppe (P < 0,001) und 127 der 263 Teilnehmer (48,3 %) in der FCR-Gruppe. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 62,2 Monaten trat bei 18 Teilnehmern (6,9 %) in der Ibrutinib-Venetoclax-Gruppe eine Progression auf oder sie verstarben. Im Vergleich dazu traf dies auf 59 CLL-Patienten in der Ibrutinib-Monotherapie-Gruppe (22,4 %; HR 0,29; 95 %-KI 0,17–0,49; P < 0,001) und auf 112 in der FCR-Gruppe (42,6 %; HR 0,13; 95 %-KI 0,08–0,21; P < 0,001) zu. Die Rate des PFS nach 5 Jahren betrug 93,9 % unter Ibrutinib-Venetoclax, 79,0 % unter Ibrutinib allein und 58,1 % unter FCR. Es kam zu 11 Todesfällen (4,2 %) in der Ibrutinib-Venetoclax-Gruppe, verglichen mit 26 (9,9 %) in der Ibrutinib-Monotherapie-Gruppe (HR 0,41; 95 %-KI 0,20–0,83) und 39 (14,8 %) in der FCR-Gruppe (HR 0,26; 95 %-KI 0,13–0,50). Ein plötzlicher Tod trat bei 3 Teilnehmern in der Ibrutinib-Venetoclax-, 8 Patienten in der Ibrutinib-Monotherapie- und 4 in der FCR-Gruppe auf. Wie die Autoren hervorheben, zeige ihre Studie mit verlängerter Nachbeobachtungszeit und erhöhter Teilnehmerzahl, dass eine nicht nachweisbare MRD und ein verlängertes PFS unter Ibrutinib-Venetoclax häufiger auftraten als unter Ibrutinib allein oder FCR. Die Ergebnisse für das OS erwiesen sich als konsistent, mit einem Vorteil für Ibrutinib-Venetoclax. (ja)
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