Vorzeitige Menopause erhöht Risiko für Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern11. August 2022 Bild: ©Pixel-Shot – stock.adobe.com Eine Menopause vor dem 40. Lebensjahr ist einer neuen Studie im „European Herat Journal“ zufolge mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen verbunden. Demnach ist das Risiko für neu auftretende Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern umso höher, je früher die Menopause einsetzt. „Frauen mit verfrühter Menopause sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern entwickeln als ihre Altersgenossinnen“, so Studienautorin Dr. Ga Eun Nam vom Korea University College of Medicine in Seoul, Republik Korea. „Dies könnte eine gute Motivation sein, die Lebensgewohnheiten zu verbessern, von denen bekannt ist, dass sie mit Herzkrankheiten zusammenhängen, z. B. mit dem Rauchen aufzuhören und Sport zu treiben.“ Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten bei Frauen in der Regel bis zu 10 Jahre später auf als bei Männern. Es wird angenommen, dass prämenopausale Frauen von der schützenden Wirkung von Östrogen auf das Herz-Kreislauf-System profitieren. Der Rückgang des Östrogenspiegels in der Menopause macht Frauen möglicherweise anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Von einer vorzeitigen Menopause ist ein Prozent der Frauen unter 40 Jahren betroffen. Frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen einer vorzeitigen (vor dem 40. Lebensjahr) und einer frühen (vor dem 45. Lebensjahr) Menopause und Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt festgestellt, aber die Evidenz für die Verknüpfung mit Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern allein waren begrenzt. In dieser Studie wurden die Zusammenhänge zwischen vorzeitiger Menopause, Alter bei der Menopause und dem Auftreten von Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern untersucht. Die Daten stammen aus dem koreanischen Nationalen Krankenversicherungssystem (NHIS), das mindestens alle zwei Jahre Gesundheitsuntersuchungen durchführt und 97 Prozent der Bevölkerung erfasst. Die Studie umfasste 1.401.175 postmenopausale Frauen im Alter von 30 Jahren und älter, die im Jahr 2009 an der NHIS-Gesundheitsuntersuchung teilnahmen. Die Teilnehmerinnen wurden bis Ende 2018 auf neu aufgetretene Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern hin untersucht. Erfasst wurden demografische Daten, Gesundheitsverhalten und reproduktive Faktoren, einschließlich des Alters bei der Menopause und der Verwendung einer Hormonersatztherapie (HET). Das Alter bei der Menopause wurde in folgende Kategorien eingeteilt: unter 40, 40 bis 44, 45 bis 49 und 50 Jahre oder älter. Als vorzeitige Menopause wurde definiert, dass die letzte Regelblutung vor dem Alter von 40 Jahren eintrat. Bei 28.111 (2 %) der Teilnehmerinnen wurde eine vorzeitige Menopause festgestellt. Bei diesen Frauen lag das Durchschnittsalter bei der Menopause bei 36,7 Jahren. Das Durchschnittsalter bei Studieneintritt lag bei Frauen mit und ohne vorzeitige Menopause bei 60 bzw. 61,5 Jahren. Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 9,1 Jahren entwickelten 42.699 (3,0 %) eine Herzinsuffizienz und 44.834 (3,2 %) ein Vorhofflimmern. Die Forscher analysierten den Zusammenhang zwischen einer vorzeitigen Menopause und dem Auftreten von Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern, nachdem sie Alter, Rauchen, Alkohol, körperliche Aktivität, Einkommen, Body-Mass-Index, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Dyslipidämie, chronische Nierenerkrankung, koronare Herzerkrankung, HET und Alter bei der Menarche berücksichtigt hatten. Frauen, die eine vorzeitige Menopause erlebten, hatten ein um 33 Prozent höheres Risiko für eine Herzinsuffizienz und ein um neun Prozent höheres Risiko für Vorhofflimmern als Frauen, bei denen dies nicht der Fall war. Die Forscher analysierten dann die Zusammenhänge zwischen dem Alter bei der Menopause und dem Auftreten von Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern, nachdem sie die gleichen Faktoren wie in den vorherigen Analysen berücksichtigt hatten. Das Risiko für das Auftreten von Herzinsuffizienz stieg mit dem Alter bei der Menopause. Im Vergleich zu Frauen, die bei der Menopause 50 Jahre und älter waren, hatten Frauen, die bei der Menopause 45 bis 49, 40 bis 44 und unter 40 Jahre alt waren, ein um elf Prozent, 23 Prozent bzw. 39 Prozent höheres Risiko für das Auftreten einer Herzinsuffizienz. In ähnlicher Weise stieg das Risiko für Vorhofflimmern mit abnehmendem Alter bei der Menopause, wobei das Risiko bei Frauen im Alter von 45 bis 49, 40 bis 44 und unter 40 Jahren bei der Menopause um vier Prozent, zehn Prozent bzw. elf Prozent höher war als bei Frauen, die bei der Menopause 50 Jahre und älter waren. Die Autoren weisen darauf hin, dass mehrere Faktoren die Zusammenhänge zwischen dem Alter in den Wechseljahren, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern erklären könnten, z. B. der Rückgang des Östrogenspiegels und Veränderungen in der Körperfettverteilung. „Der Irrglaube, dass Herzkrankheiten in erster Linie Männer betreffen, hat dazu geführt, dass geschlechtsspezifische Risikofaktoren weitgehend ignoriert wurden“, erläutert Nam. Nun würden sich jedoch die Hinweise häufen, dass eine Menopause vor dem 40. Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit einer Herzerkrankung im späteren Leben erhöhen kann. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass die reproduktionsmedizinische Anamnese zusätzlich zu den traditionellen Risikofaktoren wie Rauchen routinemäßig berücksichtigt werden sollte, wenn es darum geht, die künftige Wahrscheinlichkeit von Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern zu beurteilen.“
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