Wachstumshormontherapie in der Kindheit20. Juni 2019 © pathdoc – fotolia.com In der Literatur gibt es Hinweise, dass eine Behandlung von Kindern mit Wachstumshormonen (WH) das Meningiom-Risiko erhöhen könnte. Die Ergebnisse der veröffentlichten Studien sind allerdings inkonsistent. Die populationsbasierte Kohortenstudie SAGhE mit 10.403 Patienten, die im Kindesalter mit rekombinantem WH in 5 europäischen Ländern behandelt wurden, hat dies nun näher untersucht. Während des Follow-ups traten 38 Meningeome auf. Das Meningiomrisiko war in der Kohorte insgesamt stark erhöht (Standardisiertes Inzidenzverhältnis [SIR]=75,4; 95%-KI 54,9–103,6) als Folge eines hohen Risikos bei Patienten, die aufgrund einer zugrunde liegenden Malignität einer Strahlentherapie unterzogen wurden (SIR=658,4; 95%-KI 460,4–941,7). Bei Patienten, die keine Strahlentherapie erhielten, war das Risiko nicht signifikant erhöht. Bei mit Strahlentherapie behandelten Patienten wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen täglichen WH-Dosis, der WH-Behandlungsdauer oder der kumulativen WH-Dosis und dem Meningiomrisiko gefunden. Fazit Laut der Studienautoren ist bei Patienten, die im Kindesalter mit WH nach kranialer Strahlentherapie behandelt wurden, das Meningiomrisiko sehr hoch. Allerdings scheinen Wachstumshormone das durch die Strahlentherapie bedingte Meningiomrisiko nicht zu beeinflussen. Bei WH-behandelten Patienten, die keine Strahlentherapie erhielten, wurde kein wesentlich erhöhtes Meningiomrisiko beobachtet. (rl) Autoren: Swerdlow AJ et al. Korrespondenz: Swerdlow AJ; [email protected]. Studie: Risk of Meningioma in European Patients Treated With Growth Hormone in Childhood: Results From the SAGhE Cohort. Quelle: J Clin Endocrinol Metab. 2019;104(3):658-664. Web: https://doi.org/10.1210/jc.2018-01133
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