Wahl zum „Internationalen Weichtier des Jahres 2024“: Heute beginnt die Online-Abstimmung13. März 2024 Genomische Informationen zum Atlantischen Kurzkalmar (Lolliguncula brevis) tragen dazu bei, seine extreme Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Temperaturen, Salz- und Sauerstoffgehalte in den Ozeanen zu verstehen. Foto: © www.caribbeanreeflife.com Welches Weichtier wird 2024 den Titel „Internationales Weichtier des Jahres“ tragen? Ab heute können sich alle Interessierten an der öffentlichen Online-Abstimmung beteiligen. Der Wettbewerb geht in diesem Jahr in seine vierte Runde. Ins Leben gerufen haben ihn Ende 2020 die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, das LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) und die Unitas Malacologica, die weltweite Gesellschaft für Molluskenforschung. Ziel ist es, der großen und artenreichen Gruppe der Weichtiere zu mehr Aufmerksamkeit und Schutz zu verhelfen. Das Erbgut der Gewinner-Art wird vollständig entschlüsselt. Ab heute können sich alle Interessierten an der öffentlichen Online-Abstimmung beteiligen. Der Wettbewerb geht in diesem Jahr in seine vierte Runde. Fünf ganz unterschiedliche Arten haben es in diesem Jahr ins Finale geschafft im Rennen um den Titel „Internationales Weichtier des Jahres 2024“: die Gepunktete Papierblasenschnecke (Micromelo undatus), der „lebende Leuchtstab“ (Phuphania crossei), die Coosa-Flussmuschel (Amblema elliottii), der Gewellte Seeschmetterling (Clio recurva) und der Atlantische Kurzkalmar (Lolliguncula brevis). Sie wurden von einer Jury aus WissenschaftlerInnen der drei Partnereinrichtungen aus mehr als 50 Nominierungen der Wissenschaftscommunity ausgewählt. „Auch in diesem Jahr sind wir wieder begeistert von den Arten, die aus aller Welt vorgeschlagen wurden. Die Vielfalt im Tierstamm der Weichtiere ist so groß, und es gibt zahlreiche faszinierende Eigenschaften zu entdecken“, berichtet Dr. Carola Greve, Leiterin des Laborzentrums am LOEWE-Zentrum TBG. „Da bisher jedoch nur für relativ wenige Weichtiere vollständige Genomsequenzierungen vorliegen, wollen wir mit unserem Wettbewerb dazu beitragen, diesen Tierstamm auch auf der genomischen Ebene der Artenvielfalt besser zu verstehen und evolutionäre Entwicklungen, Verwandtschaften und Anpassungsfähigkeiten nachvollziehen zu können.“ Die meisten Arten leben im Wasser Gemeinsam ist den Weichtieren, dass sie weder Knochen noch Zähne haben und ihr Körper aus einem Kopf und einem „Fuß“ – einem starken Muskel zur Fortbewegung – besteht. Die meisten Arten haben eine Schale oder ein Gehäuse und leben im Wasser. Darüber hinaus unterscheiden sich diese Lebewesen, die nach den Gliederfüßern den zweitgrößten Tierstamm bilden, in vielen Aspekten wie Größe, Form, Verhaltensweisen und bevorzugten Lebensräumen. Gemeinsam mit anderem Plankton fliegt der Gewellte Seeschmetterling (Clio recurva) durch die Ozeane, geschützt von seiner einzigartigen transparenten Schale. Wie sie gebildet wird, kann eine Genomanalyse zeigen. Foto: © K.J. Osborn Smithsonian 2014 Auch die diesjährigen fünf Finalisten-Arten spiegeln diese Vielfalt wider. Mit dabei sind drei sehr unterschiedliche Schnecken, eine Muschel und ein kleiner Tintenfisch. Während die an Land lebende Schneckenart Phuphania crossei, die im Dunkeln leuchten kann, ausschließlich in Thailand vorkommt, ist die farbenfrohe, fleischfressende Gepunktete Papierblasenschnecke (Micromelo undatus) in flachen Gewässern des Atlantischen Ozeans zu finden. Durch den Atlantik ebenso wie den Pazifik schwebt der See-Schmetterling Clio recurva mit seinem dreieckig geformten, flexiblen Gehäuse. Die Frischwasser-Muschel Amblema elliottii aus dem US-Bundesstaat Alabama überrascht mit einem ungewöhnlichen Lebenszyklus. Der Atlantische Kurzkalmar (Lolliguncula brevis) ist eines der schnellsten wirbellosen Tiere und sehr anpassungsfähig an unterschiedliche Salzkonzentrationen im Wasser. Kurzporträts auf der Abstimmungsseite Über die jeweiligen Eigenschaften und Besonderheiten der nominierten Arten sowie die Geheimnisse, die eine Analyse des Erbguts der Arten enthüllen könnte, geben Kurzportraits auf der Abstimmungswebseite Auskunft. „Unser Ziel ist es, Aufmerksamkeit auf diesen außergewöhnlichen Tierstamm zu lenken und für den Schutz dieser Tiere zu sensibilisieren. Und natürlich wollen wir auch die Forschung an unterschiedlichen Weichtierarten fördern“, betont Prof. Dr. Julia Sigwart, Sektionsleiterin für Malakologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Obwohl Weichtiere sich bereits vor etwa 500 Millionen Jahren entwickelten, gehören sie vor allem aus genomischer Sicht immer noch zu den in großen Teilen unerforschten Tiergruppen. Viele Arten warten sogar noch auf ihre Entdeckung.“ Die Abstimmung läuft vom 13. März bis zum 14. April 2024 um 23:59 Uhr (MEZ) auf der Webseite der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Das „Internationale Weichtier des Jahres 2024“ wird am 18. April 2024 bekannt gegeben.
Mehr erfahren zu: "Hunde sind eher wie Kleinkinder, wenn es darum geht, Menschen zu helfen" Hunde sind eher wie Kleinkinder, wenn es darum geht, Menschen zu helfen Warum eilt Dein Hund Dir zu „Hilfe“, wenn du nach etwas suchst, während Deine Katze das wenig kümmert? Neue Forschungen deuten darauf hin, dass dieser Unterschied auf tiefer liegenden evolutionären […]
Mehr erfahren zu: "Wie Mäuse sehen: Neu entdeckte Nervenzellen erkennen mehr als Kanten" Wie Mäuse sehen: Neu entdeckte Nervenzellen erkennen mehr als Kanten Ein internationales Forschungsteam hat mithilfe von „digitalen Zwillingen“ neue Nervenzellen und eine bislang unbekannte Arbeitsteilung im Mausgehirn entdeckt.
Mehr erfahren zu: "Bpt-Intensiv 2026 in Bielefeld – Das Einmaleins der Gastroenterologie" Bpt-Intensiv 2026 in Bielefeld – Das Einmaleins der Gastroenterologie Vom 26. Februar bis 01. März 2026 veranlasste die diesjährige bpt-INTENSIV Kleintier 950 Tierärztinnen und Tierärzte sowie 240 TFA dazu, good old Bielefeld mal wieder einen Besuch abzustatten. Das Programm […]