Wechseljahre: Wie Östrogen Frauen vor Bluthochdruck schützt4. März 2026 Foto: © antoniodiaz/stock.adobe.com Eine neue Studie der University of Waterloo (USA) gibt Aufschluss darüber, warum Frauen vor den Wechseljahren ein geringeres Risiko für Bluthochdruck haben und was dies für die Behandlung nach den Wechseljahren bedeutet. Frauen vor den Wechseljahren haben im Vergleich zu gleichaltrigen Männern einen niedrigeren Blutdruck und eine geringere Prävalenz von Bluthochdruck. Dieser Schutz geht jedoch nach den Wechseljahren verloren, da mit deren Beginn ein rascher Abfall des Östrogenspiegels einsetzt. Die genauen Mechanismen, durch die Östrogen prämenopausale Frauen vor Bluthochdruck schützt, sind noch nicht vollständig aufgeklärt, erklären die Forscher der University of Waterloo (USA). Bekannt sei jedoch, dass Östrogen vielfältige Wechselwirkungen mit anderen Hormonsystemen sowie physiologischen Prozessen aufweist, die bekanntermaßen oder mutmaßlich die Blutdruckregulation beeinflussen. „Östrogen wird oft nur im Zusammenhang mit der reproduktiven Gesundheit betrachtet, spielt aber eine viel umfassendere Rolle für die Körperfunktionen“, erklärt Erstautorin Prof. Anita Layton. Ziel der neuen Studie war es daher, die Hauptfaktoren des östrogenvermittelten kardiovaskulären Schutzes zu identifizieren. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Mathematical Biosciences“ veröffentlicht. Herz-Kreislauf- und Nierensystem im Fokus Das Forscherteam Layton entwickelte ein mathematisches Modell des Herz-Kreislauf- und Nierensystems. Dieses Blutdruckregulationsmodell bezieht die Auswirkungen von Östrogen auf das Renin-Angiotensin-System, die Reaktivität der renalen sympathischen Nervenaktivität, den Gefäßtonus und den renalen Epitheltransport einbezieht. Die Modellsimulationen legten nahe, dass die vasodilatative Wirkung von Östrogen, insbesondere auf die afferenten Arteriolen, die Hauptursache für den niedrigeren Blutdruck und die Resistenz prämenopausaler Frauen gegenüber der Entwicklung von Bluthochdruck ist. „Darüber hinaus sagt das Modell voraus, dass Angiotensin-Rezeptorblocker bei der Behandlung von hypertensiven Frauen während ihrer gesamten Lebensspanne wirksamer sind als ACE-Hemmer, selbst wenn der Östrogenspiegel sinkt“, heißt es abschließend im Abstract der Studie. (ri/BIERMANN)
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