Weitgehende Zustimmung der ERS: EU beschließt strengere Grenzwerte für Luftschadstoffe bis 2035

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Das Europäische Parlament hat am 13. September seine Verhandlungsposition zur Verbesserung der Luftqualität beschlossen. Vorgesehen sind strengere Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid. Die European Respiratory Society (ERS) begrüßte dies in einem Statement.

363 Abgeordnete stimmten in Straßburg dafür, 226 dagegen und 46 enthielten sich der Stimme. Nun sollen für 2035 strengere Grenz- und Zielwerte für verschiedene Schadstoffe festgelegt werden, darunter Feinstaub (PM2,5, PM10), Stickstoffdioxid (NO2), Stickstoffdioxid (SO2) und Ozon (O3). Die neuen Vorschriften würden sicherstellen, dass die Luftverschmutzung in der EU weder die menschliche Gesundheit, noch die natürlichen Ökosysteme oder die biologische Vielfalt beeinträchtigt. Zudem würden die EU-Vorschriften mit den jüngsten Luftqualitätsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Einklang gebracht. Die Abgeordneten betonten auch, dass die von der Kommission vorgeschlagenen Luftqualitätsstandards ein Zwischenziel sein sollten, das so schnell wie möglich, spätestens jedoch bis 2030, erreicht werden muss.

Prof. Zorana Jovanovic Andersen von der Universität Kopenhagen (Dänemark), Vorsitzende des Umwelt- und Gesundheitsausschusses der ERS, kommentierte, das Votum des Europäischen Parlaments zur Verschärfung der rechtsverbindlichen Grenzwerte für die Luftqualität sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung hin zu sauberer Luft für alle, auch wenn die vollständige Angleichung an die Weltgesundheitsorganisation von 2030 auf 2035 verschoben worden sei. „Während wir uns auf die Verhandlungen mit dem Rat vorbereiten, sind dies insbesondere für alle europäischen Bürger großartige Neuigkeiten, insbesondere für die Millionen, die mit Lungenerkrankungen wie Asthma und Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung leben.“ Die Medizinerin unterstrich aber auch: „Die vollständige Angleichung der EU-Luftqualitätsstandards an die Leitlinien der WHO 2021 ist der Schlüssel zur Verbesserung der Qualität der Luft, die wir atmen, und zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels. Dies wiederum wird die Lungengesundheit verbessern, Neuerkrankungen verhindern und die wirtschaftlichen Kosten der Behandlung von Atemwegserkrankungen senken.“

Jovanovic Andersen ergänzte: „Im Namen unserer 30.000 Mitglieder und deren Patienten haben wir unsere Abgeordneten aufgefordert, die Emissionen von Luftverschmutzung und Treibhausgasen dringend zu reduzieren und die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.“ Die Abstimmung am 13. September haben gezeigt, dass die Abgeordneten dies gehört und verstanden hätten. „Jetzt ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Mitgliedstaaten im Rat der Wissenschaft folgen und den Bürgern zuhören, um die Gesundheit in den Mittelpunkt ihrer politischen Vereinbarung zu stellen.“

Ziel der EU-Abgeordneten ist es unter anderem, die unterschiedlichen Luftqualitätsindizes in der EU harmonisieren: Diese müssten „vergleichbar, klar und öffentlich zugänglich“ sein, heißt es seitens der EU, außerdem sei eine stündliche Aktualisierung gewünscht – so könnten sich die Bürger bei hoher Luftverschmutzung (und vor Erreichen der vorgeschriebenen Alarmschwellen) besser schützen.