Welches Therapieziel präferieren Neurologen bei der Behandlung der Myasthenia gravis?7. November 2025 Foto: © K Davis/peopleimages.com – stock.adobe.com Neurologen legen bei der Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis vor allem auf eine schnelle und klinisch bedeutsame Symptomverbesserung Wert. Dies zeigt eine Befragung spanischer Mediziner. Das Aufkommen zielgerichteter biologischer Therapien macht die Behandlungsentscheidung bei generalisierter Myasthenia gravis (gMG) immer komplexer. Ein spanisches Forscherteam hat daher die Behandlungspräferenzen von Neurologen bei Acetylcholinrezeptor-seropositiver gMG mithilfe einer Conjoint-Analyse evaluiert und die klinische Entscheidungsfindung in der Praxis simuliert. Dabei zeigte sich, dass Behandelnde vor allem eine schnelle und klinisch bedeutsame Symptomverbesserung anstreben. Für ihre Analyse legten die Forschenden in Zusammenarbeit mit der Spanischen Gesellschaft für Neurologie 149 Neurologen webbasiert acht hypothetische Behandlungsszenarien mit fünf Schlüsselattributen vor: Intensität der Verbesserung, Wirkungseintritt, Wirkungsdauer, unerwünschte Ereignisse und Verabreichungsweg/Häufigkeit. Die Nützlichkeit und die Bedeutung jedes Attributs wurden unter Verwendung einer OLS(Ordinary Least Squares)-Regression geschätzt. Zudem erfassten die Forschenden demografische, berufliche und verhaltensbezogene Merkmale der Studienteilnehmer, um die Variabilität der Präferenzmuster zu untersuchen. Schnelle und deutliche Symptomverbesserung hat Priorität Das Durchschnittsalter der befragten Neurologen betrug 39,0±9,4 Jahre, 54,4% von ihnen waren männlich. Die Teilnehmer berichteten von durchschnittlich 9,9±8,4 Jahren Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit MG. Das am höchsten bewertete Behandlungsmerkmal war die Intensität der Verbesserung (mittlere relative Bedeutung: 38,6%), gefolgt vom Wirkungseintritt (21,5%) und der Wirkungsdauer (17,4%). Auf individueller Ebene machten die Art und Häufigkeit der Verabreichung bei einigen Teilnehmern bis zu 21,9% der Entscheidungsgewichtung aus. Die Präferenzen waren bei Spezialisten für neuromuskuläre Erkrankungen und allgemeinen Neurologen konsistent, unterschieden sich jedoch je nach Empathie und Gewissenhaftigkeit. Die Modellanpassung erwies sich als robust (Pearson’s R = 1,000; p<0,001). Dass Neurologen, die gMG behandeln, den größten Wert auf eine schnelle und klinisch bedeutsame Symptomverbesserung legte, decke sich mit den therapeutischen Zielen der neuen zielgerichteten Therapien, resümieren die Autoren. Die dennoch festgestellte erhebliche Heterogenität der Präferenzen, insbesondere hinsichtlich des Verabreichungsaufwands, unterstreiche allerdings die Notwendigkeit individueller Ansätze und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung, betonen sie in „Neurology & Therapy“. (ej/BIERMANN)
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