Weltkrebstag: Molekulares Tumorboard des Leipziger Uniklinikums zunehmend nachgefragt1. Februar 2024 Bild: ©Universitätsklinikum Leipzig Die Expertise des Molekularen Tumorboards des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) wird seit seiner Gründung im vergangenen Jahr zunehmend nachgefragt. Darauf weist das Universitätsklinikum Leipzig anlässlich des Weltkrebstages am 04. Februar hin. Die gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Jena im Rahmen des Mitteldeutschen Krebszentrums (CCCG) betriebene Expertenkonferenz versucht auf Basis spezieller Marker im Erbgut von Tumoren patientenindividuelle Ideen für Therapien zu entwickeln. Davon profitieren insbesondere Patienten, für die es bisher kaum Therapiemöglichkeiten gegeben hat. Um der Bedeutung des Molekularen Tumorboards Rechnung zu tragen, richtet das „Regionale Onkologische Netzwerk Leipzig“, das frühere Tumorzentrum Leipzig, am 27. März 2024 zusammen mit der Kreisärztekammer eine Fortbildung zum Thema aus. Für Prof. Andreas Dietz, Sprecher des „Regionalen Onkologischen Netzwerks Leipzig“, kommt der Erfolg des Molekularen Tumorboards (MTB) nicht von ungefähr: „Wenn irgendetwas gerade Fortschritte macht, dann ist es die molekulare Spezialdiagnostik von Tumoren“, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKL und Spezialist für Kopf-Hals-Onkologie. Dabei handelt es sich um einen tiefgehenden Blick in das Erbgut des befallenen Gewebes. Prof. Ulrich Hacker, Koordinator des MTB des UKL, und weitere Kollegen identifizieren dabei bestimmte Mutationen und werten sie mithilfe moderner Computertechnik aus. „Wir können mittlerweile hunderte von Mutationen in der Erbsubstanz des Tumorgewebes sequenzieren und aus denen, die nicht passen, weil sie falsch kombiniert sind, sogenannte Signaturen herstellen. Das ist komplex und sehr aufwändig, hilft uns aber, Tumore ein bisschen besser zu untergliedern“, ergänzt MTB-Koordinator Prof. Maximilian von Laffert vom Institut für Pathologie am UKL. Auf Basis dieser Untergliederung können Mediziner wie Dietz genauer differenzieren, um welche Art von Tumor es sich handelt, und in der Folge genauere Konzepte für deren Therapie entwickeln. „Das gibt uns die Chance, Menschen, die bisher nicht therapiert werden konnten, neue Formen der Behandlung anzubieten, die für sie die Rettung bedeuten können“, so Prof. Florian Lordick, Sprecher des Mitteldeutschen Krebszentrums (CCCG) am UKL. Um das Wissen um die Molekulare Tumoranalyse zu erweitern, widmet das „Regionale Onkologische Netzwerk Leipzig“, das sich um den kollegialen Austausch aller onkologisch Tätigen und die Verbesserung der Krebstherapie in der Region Leipzig kümmert, seine erste Fortbildung des Jahres 2024 diesem Thema. Im Zentrum stehen dabei drei Fallbeispiele aus den Bereichen Lungenkrebs, Darm- und Kopf-Hals-Krebs. Bei ersterem ist die Molekulare Tumoranalyse mittlerweile Teil der Basisdiagnostik für standardisierte Therapieentscheidungen, letztere dagegen profitiert bislang nur wenig von dieser Art der molekularen Diagnostik. Für Dietz ist das allerdings eine Frage der Zeit. Es sei zu erwarten, dass sich die Erforschung molekularer Charakteristika von Tumoren weiter differenziere und sich damit neue Wege zu spezifischeren Therapieansätze öffneten. Fortbildungsthema: „Molekulare Tumorboards – Fallvorstellungen aus 3 Organgruppen“ Mittwoch, 27. März 2024 18.00 Uhr Kleiner Saal im Haus E www.uniklinikum-leipzig.de
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