Weniger Langzeit-Opioide durch medizinisches Cannabis3. Juli 2023 Foto: © Atlas – stock.adobe.com Eine Kohortenstudie aus dem US-Bundesstaat New York liefert Hinweise darauf, dass die längere Verwendung (>30 Tage) von medizinischem Cannabis (MC) bei Schmerzpatienten mit Langzeitopioidtherpie (LOT) zu einer Reduktion der Opioiddosis führt. Dies könnte auch das Risiko einer Opioidüberdosierung der Patienten verringern, wie die Verfasser der Studie in „JAMA Network Open“ spekulieren. Um die Veränderungen in der Opioiddosierung bei Patienten mit chronischen Schmerzen zu bewerten, verwendeten Trang Nguyen und Mitarbeiter die Daten des New York State Prescription Monitoring Programms aus den Jahren 2017–2019. Ausgewählte Patienten (n=8165) waren zunächst mit einer LOT eingestellt und bekamen dann zusätzlich MC – entweder für einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen (Nichtexpositionsgruppe; n=4124; mittleres Alter 54 Jahre; IQR 44–62; 57,5 % Frauen) oder von mehr als 30 Tagen (Expositionsgruppe; n=4041; mittleres Alter 57 Jahre; IQR 47–65; 58,8 % Frauen). Zielparameter der Untersuchung war die Opioiddosis, gemessen als mittleres tägliches Morphin-Milligramm-Äquivalent (MME). Die Ergebnisse wurden, stratifiziert nach Opioiddosis vor Beginn der MC-Therapie, in drei Gruppen analysiert: MME <50, MME 50–89 und MME ≥90. Die tägliche MME zu Studienbeginn war in den Expositions- und Nichtexpositionsgruppen ähnlich. Der Beobachtungszeitraum betrug acht Monate nach Beginn des MC. Während der Nachbeobachtung fanden die Studienautoren in der Expositionsgruppe eine signifikant stärkere Verringerung der Opioiddosis. Auch stellten sie einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Ausgangs-Opioiddosierung und den Unterschieden in der monatlichen MME-Reduktion zwischen der Expositions- und Nichtexpositionsgruppe fest. Dabei betrug der Unterschied -1,52 MME (95 %-Konfidenzintervall [KI] -1,67 bis -1,37) für die Patienten der niedrigsten Ausgangs-Opioiddosis, -3,24 MME (95 %-KI -3,61 bis -2,87) für die mittlere Ausgangsdosis und -9,33 MME (95 %-KI -9,89 bis -8,77) für die höchste. Bei Personen der Expositionsgruppe reduzierte sich die tägliche MME im letzten Monat des Nachbeobachtungszeitraums im Vergleich zu den Ausgangs-Opioiddosierungen um 48 Prozent in der niedrigsten MME-Gruppe, um 47 Prozent in der mittleren Gruppe und um 51 Prozent in der höchsten. Im Vergleich dazu lagen die MME-Reduktionen bei den Personen der Nichtexpositionsgruppe bei nur vier, neun beziehungsweise 14 Prozent. (ah)
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