Wenn Nervenzellen aus dem Gleichgewicht geraten5. September 2018 Chemische Struktur des humanen Prion-Proteins (hPrP). (Foto: © molekuul.be – Fotolia.com) Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben einen Mechanismus identifiziert, wie zelluläre Transportprozesse den Abbau des Prion-Proteins beschleunigen und dadurch seine Anreichung im Gehirn verhindern. Diese Prozesse könnten das Voranschreiten von neurodegenerativen Prion-Erkrankungen entscheidend beeinflussen. Konkret haben die Forscher einen neuen zellulären Transportmechanismus identifiziert, der darüber entscheidet, ob das Prion-Protein von einer Nervenzelle entweder abgebaut oder ausgeschüttet wird. Letzteres scheint die Verbreitung und Anreicherung des Prion-Proteins im Gehirn zu beschleunigen. „Untersuchungen haben gezeigt, dass Transportprozesse, die das Verhältnis des lysosomalen Abbaus zu exosomaler Ausschüttung bestimmen, maßgeblich am Voranschreiten neurodegenerativer Prion-Erkrankungen beteiligt sind“, erklärte Prof. Matthias Kneussel, Direktor des Instituts für Molekulare Neurogenetik des UKE. Die Forschung seines Teams soll dazu beitragen, molekulare Prozesse besser zu verstehen, um in Zukunft neuroprotektive Konzepte entwickeln zu können. „Gegenwärtig wird zum Beispiel kontrovers diskutiert, ob die Pathophysiologie der übertragbaren Prion-Erkrankung ebenfalls das Fortschreiten anderer neurodegenerativer Erkrankungen wie der Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit erklären kann“, sagte der Erstautor der Studie, Dr. Frank Heisler aus dem Institut für Molekulare Neurogenetik des UKE. Originalpublikation: Heisler F. et al., Muskelin Coordinates PrPC Lysosome versus Exosome Targeting and Impacts Prion Disease Progression. Neuron, 30. August 2018
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