WHO-Meldung zu Hantavirus-Fällen auf Kreuzfahrtschiff: Einordnung der Situation für Deutschland11. Mai 2026 Teneriffa, Spanien, 10. Mai 2026 – Puerto de Granadilla. Das Expeditionskreuzfahrtschiff MV Hondius auf See. Reaktion auf Infektionskrankheiten und internationale Gesundheitskoordination. (Symbolbild) Foto: © pavel1964 – stock.adobe.com Die gemeldeten Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit einem Kreuzfahrtschiff wurden durch das in Südamerika vorkommende Andesvirus hervorgerufen. Medizinisch ist dieses Ereignis auffällig, weil bei diesem Virus in seltenen Fällen eine Übertragung von Mensch zu Mensch beschrieben wurde und dies hier möglicherweise eine Rolle gespielt hat. Nach aktueller Einschätzung handelt es sich jedoch um ein sehr seltenes und lokal begrenztes Ereignis, wie das Friedrich-Loeffler-Institut in einer Mitteilung vom 08.05.2026 berichtet. Für die in Europa vorkommenden Hantaviren ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch bislang nicht bekannt. Die Situation in Deutschland hinsichtlich heimischer Hantaviren bleibt daher unverändert. Hantavirusinfektionen hierzulande durch Kontakt mit Exkreten von heimischen Kleinsäugern In Deutschland entsteht das Risiko vor allem durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Kleinsäuger, also mit Urin, Kot oder Speichel, z.B. wenn erregerhaltiger Staub eingeatmet wird. Besonders relevant ist hierzulande das Puumala-Virus, dessen natürlicher Reservoirwirt die Rötelmaus ist. Weitere Hantaviren, darunter das Dobrava-Belgrad-, Tula- und Seoul-Virus, sind ebenfalls im Zusammenhang mit Nagetieren in Deutschland bekannt. Bei allen diesen Hantaviren handelt es sich beim Menschen in der Regel um einzelne Infektionen durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere, betont das FLI. Infektionsketten von Mensch zu Mensch treten nicht auf. Reservoirwirte des Andesvirus kommen in Europa nicht vor Die natürlichen Reservoirwirte des Andesvirus, bestimmte Zwergreisratten, sind auf Südamerika beschränkt. Das Andesvirus kommt daher in Europa nicht natürlich vor. Gegen Hantavirusinfektionen steht kein Impfstoff zur Verfügung. Deshalb ist es besonders wichtig, den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Reservoirwirte zu vermeiden. Praktische Hinweise dazu enthält das Merkblatt „Wie vermeide ich Hantavirusinfektionen?“ Vorfall unterstreicht fachübergreifende Zusammenarbeit bei speziellen Infektionsereignissen Das Nationale Referenzlabor für Hantaviren am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unterstützt nationale und internationale Behörden bei Diagnostik, Bewertung und Prävention. Der aktuelle Vorfall unterstreicht die Bedeutung internationaler Gesundheitsüberwachung sowie einer engen fachübergreifenden Zusammenarbeit bei ungewöhnlichen Infektionsereignissen. Weiterführende Links FAQs Merkblatt „Wie vermeide ich Hantavirusinfektionen?“ Referenzlabor des FLI Konsiliarlabor des RKI Daten des RKI zu humanen Erkrankungsfällen in Deutschland Daten des ECDC zu humanen Erkrankungsfällen in Europa Startseite des WHO
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