Wie das Gehirn Erinnerungen abspeichert14. November 2019 Kein Knoten im Taschentuch, sondern Oszillationen zwischen Kortex und Hippocampus sorgen dafür, dass wir uns erinnern können. (Foto: ©thingamajiggs – stock.adobe.com) Internationales Forschungsteam zeigt, wie im Gehirn Erinnerungen gebildet werden. Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Universität Birmingham haben erforscht, wie verschiedene Teile des Gehirns zusammenarbeiten, um Erinnerungen aufzubauen und wieder abzurufen. Ihre Ergebnisse können dabei helfen, Gedächtnisstörungen zukünftig besser zu behandeln.Während der Bildung einer Erinnerung werden Informationen von der Großhirnrinde zum Hippocampus geleitet. Beim Abrufen einer Erinnerung läuft dieser Informationsfluss umgekehrt ab.Das Forscherteam hat nun am Menschen zum ersten Mal gezeigt, dass dieser Informationsfluss in den Hippocampus und aus dem Hippocampus durch elektrische Oszillationen verfolgt werden kann – phasenhafte Schwingungen, die Neuronen während der Verarbeitung von Prozessen generieren. „Die Ergebnisse der Studie validieren ein neues Model, nach dem Gedächtnisbildung und -abruf wesentlich auf Synchronisationsprozessen im Hippocampus und Desynchronisationsprozessen im Kortex beruhen,“ sagte Dr. Simon Hanslmayr, Neurowissenschaftler an der Universität Birmingham. Prof. Hajo Hamer, Professor für Epileptologie der FAU, erklärt die weitreichende Bedeutung der Ergebnisse: „Die Interaktionen zwischen den verschiedenen Zentren beim Aufbau von Erinnerungen zu verstehen, ist die Basis dafür, in Zukunft Gedächtnisstörungen besser behandeln zu können.“ Originalpublikation: Griffiths BJ et al.: Directional coupling of slow and fast hippocampal gamma with neocortical alpha/beta oscillations in human episodic memory. PNAS 2019;116(43):21834-21842.
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