Wie das motorische System im Gehirn beim Fremdsprachenlernen helfen kann13. September 2021 Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist eine neurowissenschaftliche Technik, bei der bestimmte Hirnareale durch Magnetimpulse beeinflusst werden können. (Quelle: Professur für Kognitive und Klinische Neurowissenschaft/TUD) Eine aktuelle Studie der TU Dresden liefert neurowissenschaftliche Belege darüber, wie der motorische Kortex dabei hilft, Fremdwörter schneller zu lernen. Die Daten deuten darauf hin, dass Lerntechniken, die auch das Ausführen von Gesten beinhalten, das Lernen beschleunigen. Der motorische Kortex ist eine Hirnregion, die dafür bekannt ist, die willkürlichen Bewegungen des Körpers zu steuern. Wie eine neue neurowissenschaftliche Studie der TU Dresden aktuell zeigt, kann der motorische Kortex aber auch dabei helfen, Wörter einer Fremdsprache leichter und schneller in die eigene Muttersprache zu übersetzen. Störung im motorischen Kortex verlangsamt Übersetzung In einem viertägigen Training lernten die Teilnehmenden fremdsprachige Vokabeln, indem sie die Wörter mit semantisch verwandten Gesten verbanden. Nach dem Training hörten die Teilnehmenden die gelernten Wörter und sollten diese in ihre Muttersprache übersetzen. Mittels transkranieller Magnetstimulation (TMS) wurde die Verarbeitung im motorischen Kortex während der Übersetzungsaufgabe gestört. Damit konnten die Forschenden belegen, dass diese Interferenz die Übersetzung von Wörtern, die mit Gesten gelernt wurden, verlangsamte. Bei der Kontrollgruppe, bei der die TMS nicht in die neuronale Verarbeitung im motorischen Kortex eingriff, wurde diese Verlangsamung nicht beobachtet. In einer weiteren Kontrollbedingung lernten die Teilnehmenden fremdsprachliche Wörter durch das Betrachten von Bildern. Bei der anschließenden Übersetzungsaufgabe zeigte sich keinerlei Beeinträchtigung der Übersetzungsleistung durch TMS am motorischen Kortex. Gesten helfen beim Erlernen einer Fremdsprache Aus der Studie lässt sich erkennen, dass der motorische Kortex zur Übersetzung des fremdsprachlichen Vokabulars nach einer relativ kurzen Zeit des gestenbasierten Trainings beitrug. Dieses Ergebnis deutet daraufhin, dass der Einsatz von Gesten ein wertvolles Hilfsmittel sein kann, um eine Fremdsprache schneller zu lernen. “Interessanterweise trat dieser Effekt sowohl bei konkreten Wörtern wie ‘Geige’, als auch bei abstrakten Wörtern wie ‘Demokratie’ auf. Augenscheinlich hängt unser Gedächtnis für kürzlich gelernte Fremdsprachenwörter von dem sensomotorischen Kontext ab, in dem die Wörter während des Lernens erlebt wurden”, fasst Erstautor Brian Mathias zusammen. “Viele häufig verwendete Lehrmethoden zum Erlernen neuer Fremdsprachenvokabeln stützen sich ausschließlich auf auditive oder visuelle Informationen, wie z. B. das Auswendiglernen von Vokalbellisten. Unsere Ergebnisse liefern den neurowissenschaftlichen Beleg dafür, warum Lerntechniken, die das motorische System des Körpers einbeziehen, häufiger zum Einsatz kommen sollten.” Originalpublikation: Mathias B et al. Motor cortex causally contributes to vocabulary translation following sensorimotor-enriched training. Journal of Neuroscience, 24. August 2021
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Verbesserte Risikoklassifikation beim Neuroblastom" Verbesserte Risikoklassifikation beim Neuroblastom Die molekulare Klassifizierung von Neuroblastomen anhand von Telomererhaltungsmechanismen kann die bisherige Risikoklassifikation von Kindern mit Neuroblastom verbessern. Dies berichten Forschende der Uniklinik und Medizinischen Fakultät der Universität Köln im „Journal […]
Mehr erfahren zu: "„Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher" „Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher Der Tag, an dem die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren, ist in diesem Jahr […]