Wie lang Coronaviren auf Flächen überleben und wie man sie inaktiviert7. Februar 2020 Foto: © sudok1/Adobe Stock Wie lange leben Coronaviren auf Oberflächen wie Türklinken oder Krankenhausnachttischen? Mit welchen Mitteln lassen sie sich wirksam abtöten? Alle Antworten, die die Forschung zu solchen Fragen derzeit kennt, hat ein Forschungsteam aus Greifswald und Bochum zusammengestellt und im „Journal of Hospital Infection“ veröffentlicht. Verbreitung über Tröpfchen, Hände und Oberflächen Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV macht weltweit Schlagzeilen. Da es keine spezifische Therapie dagegen gibt, ist besonders die Vorbeugung gegen Ansteckungen bedeutend, um die Krankheitswelle einzudämmen. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreitet sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. „Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten, die oft aus Metall oder Kunststoff sind“, erklärt Prof. Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald. Gemeinsam mit Prof. Eike Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hatte er für ein geplantes Fachbuch bereits umfassende Erkenntnisse aus 22 Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. „In der aktuellen Situation schien es uns das Beste, diese gesicherten wissenschaftlichen Fakten vorab zu veröffentlichen, um alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen“, so Steinmann. Auf Oberflächen bis zu neun Tage lang infektiös Die ausgewerteten Arbeiten, die sich unter anderem mit den Erregern SARS-Coronavirus und MERS-Coronavirus befassen, ergaben zum Beispiel, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben können. Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tagen. „Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch“, so Kampf. Tests mit verschiedensten Desinfektionslösungen zeigten, dass Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit gegen die Coronaviren gut wirksam sind. Wendet man diese Wirkstoffe in entsprechender Konzentration an, so reduzieren sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute um vier sogenannte log-Stufen, was zum Beispiel bedeutet von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Wenn Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet werden, sollte für das Produkt mindestens eine Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren nachgewiesen sein („begrenzt viruzid“). „In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren“, meint Kampf. Erkenntnisse sollten auf 2019-nCoV übertragbar sein Die Experten nehmen an, dass die Ergebnisse aus den Untersuchungen über andere Coronaviren auf das neuartige Virus übertragbar sind. „Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich“, sagt Eike Steinmann.
Mehr erfahren zu: "Reduziertes Risiko: Hypercholesterinämie als Faktor bei Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung" Weiterlesen nach Anmeldung Reduziertes Risiko: Hypercholesterinämie als Faktor bei Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung Eine Auswertung von Querschnittsdaten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) hat einen inversen Zusammenhang zwischen Cholesterinwerten und der Prävalenz der Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ergeben.
Mehr erfahren zu: "Gebrechliche COPD-Patienten mit akuter Exazerbation: Länger in stationärer Behandlung" Weiterlesen nach Anmeldung Gebrechliche COPD-Patienten mit akuter Exazerbation: Länger in stationärer Behandlung Bei Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung und akuten Exazerbationen (AECOPDs) ist die Prävalenz von Gebrechlichkeit und der Vorstufe davon hoch. Das berichten die Autoren einer Untersuchung an 295 Patienten. Gebrechlichere Betroffene […]
Mehr erfahren zu: "Bariatrische Eingriffe bei adipösen Patienten mit Asthma: Vorteilhaft auch für die Lungenfunktion" Weiterlesen nach Anmeldung Bariatrische Eingriffe bei adipösen Patienten mit Asthma: Vorteilhaft auch für die Lungenfunktion Ein bariatrischer Eingriff kann sich bei Asthmapatienten, die an Fettleibigkeit leiden, auch günstig auf die Lungengesundheit auswirken. Das hat eine jüngst veröffentlichte exploratorische Pilotstude ergeben.