Schlechter Schlaf lässt das Gehirn schneller altern3. Oktober 2025 Schlechter Schlaf kann die Alterung des Gehirns beschleunigen, wie eine neue Studie zeigt. (Foto: © Andrii Lysenko – stock.adobe.com) Das Gehirn von Menschen, die schlecht schlafen, erscheint häufig älter, als es tatsächlich ist. Das zeigt eine umfassende Bildgebungsstudie des Karolinska-Instituts, veröffentlicht im Fachjournal eBioMedicine. Verstärkte Entzündungen im Körper könnten den Zusammenhang teilweise erklären. Schlechter Schlaf wird mit Demenz in Verbindung gebracht. Unklar ist jedoch, ob ungesunde Schlafgewohnheiten zur Entstehung von Demenz beitragen oder ob es sich eher um frühe Symptome der Krankheit handelt. In einer neuen Studie haben Forscher des Karolinska Instituts den Zusammenhang zwischen Schlafeigenschaften und dem Alter des Gehirns im Verhältnis zu seinem chronologischen Alter untersucht. Die Studie umfasste 27.500 Menschen mittleren Alters und älter aus der britischen Biobank, die sich einem MRT des Gehirns unterzogen haben. Mittels maschinellem Lernen schätzten die Forscher das biologische Alter des Gehirns anhand von über tausend MRT-Merkmalen. Entzündungen als Motor beschleunigter Gehirnalterung Die Schlafqualität der Teilnehmer wurde anhand von fünf selbstberichteten Faktoren bewertet: Chronotyp (Morgen-/Abendmensch sein), Schlafdauer, Schlaflosigkeit, Schnarchen und Tagesmüdigkeit. Anschließend wurden sie in drei Gruppen eingeteilt: gesunder (≥4 Punkte), mittlerer (2-3 Punkte) oder schlechter (≤1 Punkt) Schlaf. „Die Kluft zwischen Gehirnalter und chronologischem Alter vergrößerte sich um etwa sechs Monate mit jedem Rückgang des gesunden Schlafwerts um einen Punkt“, erklärt Abigail Dove, Forscherin des Karolinska Instituts und Leiterin der Studie. „Menschen mit schlechtem Schlaf hatten Gehirne, die im Durchschnitt ein Jahr älter zu sein schienen als sie tatsächlich waren.“ Um zu verstehen, wie sich schlechter Schlaf auf das Gehirn auswirken kann, untersuchten die Forscher auch das Ausmaß leichter Entzündungen im Körper. Sie fanden heraus, dass Entzündungen etwas mehr als zehn Prozent des Zusammenhangs zwischen schlechtem Schlaf und höherem Gehirnalter erklären könnten. „Unsere Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass schlechter Schlaf zu einer beschleunigten Gehirnalterung beitragen kann und weisen auf Entzündungen als einen der zugrunde liegenden Mechanismen hin“, berichtet Dove. „Da der Schlaf veränderbar ist, kann es möglich sein, durch gesünderen Schlaf eine beschleunigte Alterung des Gehirns und möglicherweise sogar einen kognitiven Verfall zu verhindern.“ Weitere mögliche Ursachen für beschleunigtes Gehirnalter Auch andere Mechanismen könnten den Zusammenhang erklären. So kann schlechter Schlaf negative Auswirkungen auf das Abfallbeseitigungssystem des Gehirns haben, das vor allem während des Schlafs aktiv ist. Außerdem könnte Schlafmangel die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinträchtigen, was wiederum das Gehirn negativ beeinflusst. Zu bedenken gilt, dass die Teilnehmer der britischen Biobank gesünder sind als die allgemeine britische Bevölkerung, was die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse einschränken könnte. Außerdem basieren die Daten auf selbstberichteten Schlafangaben – dennoch liefern sie wichtige Hinweise darauf, dass gesunder Schlaf das Gehirn langfristig schützen könnte. (BIERMANN/lj)
Mehr erfahren zu: "Genetisch veränderte Weißbüschelaffen als Modell menschlichen Hörverlusts" Genetisch veränderte Weißbüschelaffen als Modell menschlichen Hörverlusts Wissenschaftler aus Göttingen haben ein neues Primatenmodell entwickelt, das wichtige Erkenntnisse für zukünftige Gentherapien und andere Ansätze zur Behandlung von Hörverlust liefert.
Mehr erfahren zu: "GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet" GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet Fachärzteverbände fordern angesichts der Einsparüberlegungen im ambulanten Bereich eine gerechte Lastenverteilung und warnen davor, die ambulante fachärztliche Versorgung zum Nachteil der Patienten strukturell zu schwächen.
Mehr erfahren zu: "Rauchen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für psychische Probleme bei Kindern assoziiert" Rauchen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für psychische Probleme bei Kindern assoziiert Laut einer großen Studie, die vom ECHO-Programm (Environmental influences on Child Health Outcomes) der National Institutes of Health finanziert wurde, haben Kinder, die vor der Geburt mütterlichem Rauchen ausgesetzt waren, […]