Wiederaufleben von Rhino- und Enteroviren nach der COVID-19-Pandemie11. März 2024 © stokkete – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine kürzlich veröffentlichte Arbeit stützt die Annahme, dass im Verlauf der COVID-19-Pandemie die Prävalenz fast aller Atemwegsviren, bei denen es sich nicht um SARS-CoV-2 handelte, abgenommen hat und in der Folge bei dadurch verursachten Atemwegsinfektion ein deutlicher Rückgang von Patientenkontakten in Notaufnahmen sowie von Krankenhausaufenthalten zu verzeichnen war. Das Wiederauftreten von Rhino- und Enteroviren nach der Pandemie war dann mit einer verstärkten Inanspruchnahme von Leistungen im Gesundheitswesen im Zusammenhang mit Asthma, Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Atemwegsinfekten assoziiert, wie die Studienautoren berichten. Der von Erstautor Terence Ho vom Firestone Institute for Respiratory Health in Hamilton (Kanada) und Kollegen vorgestellten Arbeit liegt eine bevölkerungsbasierte retrospektive Analyse von Tests auf Atemwegsviren, Kontakten in Notaufnahmen und Daten zu Krankenhausaufenthalten aus dem Zeitraum 2015–2021 für die kanadische Provinz Ontario zugrunde. Die Wissenschaftler griffen auf wöchentlich erhobene Daten aus Virustests zu, um die Prävalenz für alle Atemwegsviren außer SARS-CoV-2 abzuschätzen. Es zeigte sich, dass die Prävalenz aller nicht COVID-19 verursachenden Atemwegsviren im Verlauf der Pandemie im Vergleich zu den Jahren davor dramatisch abnahm. Ein Vergleich der Zeiträume ergab für das Inzidenzratenverhältnis (IRR) für positive Fälle eine Senkung um >90% für Atemwegsviren, die nicht COVID-19 verursachen, mit Ausnahme von Adeno- und Rhino- bzw. Enteroviren. Asthmabedingte Kontakte in Notaufnahmen und Hospitalisierungen gingen den Studienautoren zufolge während der Pandemie um 57% (IRR 0,43; 95%-KI 0,37–0,48) bzw. 61% (IRR 0,39; 95%-KI 0,33–0,46) zurück. Mit einer COPD in Zusammenhang stehende Besuche in einer Notaufnahme sowie Krankenhauseinweisungen nahmen um 63% (IRR 0,37; 95%-KI 0,30–0,45) bzw. 45% (IRR 0,55; 95%-KI 0,48–0,62) ab. Eine Notaufnahme suchten in der Pandemie wegen Atemwegsinfektionen 85% weniger Patienten auf als zuvor (IRR 0,15; 95%-KI 0,10–0,22), während die Zahl der Hospitalisierungen in diesem Zusammenhang um 85% (IRR 0,15; 95%-KI 0,09–0,24) sank. Die Autoren der Studie beobachteten außerdem in Abweichung von den üblichen Mustern einen Spitzenwert für die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen im Monat Oktober, wenn es auch bei Infekten mit Rhino- oder Enteroviren zu den höchsten verzeichneten Fallzahlen kam. Fazit Die Prävalenz fast aller Nicht-COVID-19-Atemwegsviren ging während der Pandemie zurück und war mit einem deutlichen Rückgang der Besuche in Notaufnahmen und Krankenhäusern verbunden. Das Wiederauftreten des Rhino- bzw. Enterovirus war mit einer erhöhten Inanspruchnahme des Gesundheitswesens verbunden. (ac) Autoren: Ho T et al. Korrespondenz: Terence Ho; [email protected] Studie: Examining the effect of the COVID-19 pandemic on community virus prevalence and healthcare utilisation reveals that peaks in asthma, COPD and respiratory tract infection occur with the re-emergence of rhino/enterovirus Quelle: Thorax 2023;78(12):1248–1253 Web: https://doi.org/10.1136/thorax-2022-219957
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