„Wir lassen uns nicht spalten”26. April 2024 Symbolbild: Ivan – stock.adobe.com Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) bemühe erneut die „Mär einer doppelten Facharztschiene“ – so lautet die Reaktion von Ärzteseite auf seine Äußerungen bei der Vorstellung des Jahresgutachtens des Sachverständigenrats. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft stimmt dem Gutachten überwiegend zu und sieht durchaus ambulantes Einsparpotenzial. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) betont in einer Mitteilung zu dem Termin am 25. April, dass Fachärzte in Klinik und Praxis seit jeher gemeinsam an der besten Versorgung für alle zusammenarbeiten würden. Es sei falsch zu suggerieren, dass man auf das Eine oder das Andere verzichten könne. „Eine so genannte doppelte Facharztschiene oder Doppelstrukturen existieren in der fachärztlichen Versorgung schlicht nicht“, betont Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. „Fachärztinnen und Fachärzte in Klinik und Praxis arbeiten zwar fachärztlich im selben Fachgebiet, nehmen aber unterschiedliche fachärztliche Aufgaben wahr. Bestehende Überschneidungen sind der Sektorengrenze zwischen Klinik und Praxis geschuldet. Diese gilt es jetzt durch eine umfängliche Ambulantisierung mit Zugriff sowohl durch Fachärztinnen und Fachärzte in Klinik als auch in Praxis zu überwinden. Nur eine sinnvolle Verzahnung und Zusammenarbeit kann insbesondere Terminprobleme lösen.“ „Wer wie der Minister immer noch die Mär einer doppelten Facharztschiene bemüht, kennt entweder die Versorgungsrealität nicht – was schon schlimm genug ist – oder hängt vergilbten ideologischen Träumen nach“, kritisieren die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dres. Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner. Auch sie sind überzeugt: „Der richtige Ansatz wäre es, die Ambulantisierung konsequent voranzutreiben. Die rund 100.000 Praxen mit ihren über 180.000 niedergelassenen Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten könnten insbesondere die vielen kleinen Krankenhäuser entlasten, die selbst kaum noch ärztliches Personal haben. Wir lassen uns auch nicht spalten: Sowohl die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in den Praxen als auch in den Kliniken leisten unter ähnlich schwierigen Rahmenbedingungen exzellente Arbeit. Die Rahmenbedingungen müssen schnell verbessert werden.“ Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß, betonte, dass die vom Rat monierten Effizienzreserven nicht ausschließlich beim stationären Sektor lägen: „Auch im ambulanten Bereich sehen wir eine Über- und Fehlversorgung, die viel Personal bindet.“ Grundsätzlich sieht auch Gaß in der Ambulantisierung einen wesentlichen Lösungsansatz, allerdings unter anderem Vorzeichen als SpiFa und KBV: „In Krankenhäusern müssen viel mehr ambulante Behandlungen möglich werden. Das entlastet einerseits die Beschäftigten der Kliniken vom Aufwand stationärer Behandlungen. Andererseits unterstützt dies die Arbeit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, deren Praxen es vor allem in ländlichen Regionen immer seltener zu finden sind.“ Gemeinsam ist allen drei Institutionen die Forderung nach Bürokratieabbau. „Fehlende Digitalisierung und übermäßige Bürokratie sind zu zwei besonders deutschen Phänomenen geworden, die sich aber gegenseitig verschärfen“, erklärt Gaß. „Wir sind gespannt, wie der Minister die von ihm angekündigte und folgerichtige wortwörtlich ‚dramatische Entbürokratisierung der Praxen` umsetzen will“, kommentieren die KBV-Vorstände nicht ohne Häme die Äußerungen Lauterbachs. (ms)
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