Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Abhängig vom Darmmikrobiom

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Immun-Checkpoint-Inhibitoren, deren Wirkung auf die PD-1/PD-L1-Immuncheckpoint-Achse (beispielsweise Nivolumab, Atezolizumab, Durvalumab, Avelumab) ausgerichtet ist, induzieren bei einer – so die Autoren – „beträchtlichen Minderheit von Krebspatienten“ eine anhaltende klinische Wirkung.

In einer kürzlich in „Science“ publizierten Untersuchung haben französische Onkologen gezeigt, dass der vorrangige Widerstand gegen Immun-Checkpoint-Inhibitoren auf eine abnormale Zusammensetzung des Darmmikrobioms zurückgeführt werden kann. Die Verabreichung von Antibiotika etwa schränkt die klinische Wirkung von Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium ein.

Eine fäkale Mikrobiota-Transplantation (auch als Stuhltransplantation bekannt) von Krebspatienten, die auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprechen (jedoch nicht von Non-Respondern), auf sterile oder mit Antibiotika behandelte Mäuse führte zu einer verbesserten antitumoralen Wirkung bei der PD-1-Blockade. Metagenomische Analysen des Stuhls von Patienten zum Diagnosezeitpunkt offenbarten Korrelationen zwischen dem klinischen Ansprechen auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren und der relativen Abundanz des Darmbakteriums Akkermansia muciniphila.

Die orale Supplementierung mit Akkermansia muciniphila nach einer fäkalen Mikrobiota-Transplantation mit Stuhl von Nicht-Respondern stellt, so die Autoren, die Effektivität der PD-1-Blockade in einem IL-12-abhängigen Modus wieder her, was durch zunehmende Verstärkung der CCR9+CXCR3+CD4+ T Lymphozyten im Tumorbett herbeigeführt werde.