Wirksamkeit von Probiotika beim Reizdarmsyndrom2. April 2024 © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com (Symbolbild) Probiotika können beim Reizdarmsyndrom (RDS) helfen, aber Unterschiede bei den verwendeten Arten und Stämmen sowie bei den berichteten Endpunkten haben den Versuch erschwert, spezifische Empfehlungen zu geben, welche Probiotika bevorzugt werden sollten. Zur Aktualisierung frühere Metaanalysen zu diesem Thema haben Forschende um Alexander C. Ford vom St. James’s University Hospital, Leeds, Großbritannien, Medline, Embase und das Cochrane Controlled Trials Register bis März 2023 nach randomisierten kontrollierten Studien (RCT) durchsucht, die Erwachsene mit RDS rekrutierten und Probiotika mit Placebo verglichen. Dichotome Symptomdaten wurden gepoolt, um ein relatives Risiko für das Fortbestehen von allgemeinen Symptomen, Bauchschmerzen oder Blähungen nach der Therapie mit einem 95%-KI zu erhalten. Kontinuierliche Daten wurden unter Verwendung einer standardisierten mittleren Differenz mit 95%-KI gepoolt. Die Resultate zu unerwünschten Ereignissen wurden ebenfalls zusammengefasst. Die Wissenschaftler identifizierten 82 infrage kommende Studien mit 10.332 Patienten. Nur 24 RCT wiesen in allen Bereichen ein geringes Bias-Risiko auf. Bei den allgemeinen Symptomen ergab sich eine mäßige Sicherheit für einen Nutzen von Escherichia-coli-Stämmen, eine geringe Sicherheit für Lactobacillus-Stämme und Lactobacillus plantarum 299V und eine sehr geringe Sicherheit für Kombinationsprobiotika, LacClean Gold S, Duolac 7s und Bacillus-Stämme. Bei Unterleibsschmerzen war die Evidenz für einen Nutzen von Saccharomyces cerevisae I-3856 und Bifidobacterium-Stämmen gering und für die Kombination von Probiotika, Lactobacillus-, Saccharomyces- und Bacillus-Stämmen sehr gering. Für Blähungen und Völlegefühl im Bauchraum gab es nur sehr geringe Sicherheit für einen Nutzen der Kombination von Probiotika und Bacillus-Stämmen. Das relative Risiko für unerwünschte Ereignisse war in insgesamt 55 Studien mit >7000 Patienten unter Probiotika nicht signifikant erhöht. Fazit Die Studienautoren resümieren, dass einige Kombinationen von Probiotika oder Stämmen beim RDS von Vorteil sein können. Die Sicherheit der Wirksamkeitsnachweise nach den GRADE(Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation)-Kriterien war jedoch bei fast allen Analysen gering bis sehr gering. (bi) Autoren: Goodoory V et al. Korrespondenz: Alexander C. Ford; [email protected] Studie: Efficacy of Probiotics in Irritable Bowel Syndrome: Systematic Review and Meta-analysis Quelle: Gastroenterology 2023;165(5):1206–1218. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.07.018
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